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Ziel 2010: Mehr Qualität durch Sterne

Ziel 2010: Mehr Qualität durch Sterne

Ein Jahr ist vergangen, seit Karsten Mathar sein Amt als Leiter der Wittlicher Touristinfo angetreten hat. Seitdem ist die Zahl der teilnehmenden Betriebe bereits um 25 Prozent gestiegen. Das Ziel für 2010: Die Zertifizierung der Fremdenzimmer und Ferienwohnungen mit einem Fünf-Sterne-System.

Wittlich. Die Tür zur Touristinfo in der Neustraße 18 in Wittlich öffnet sich. Und schon kommt dem Besucher ein freundlich lächelnder Karsten Mathar entgegen, der den Touristen von Rundfahrten über Wander- und Radtouren bis hin zu Tickets für regionale Veranstaltungen alles anbietet. Seit Januar 2009 ist Mathar Leiter der Touristinfo (TI).

Die anfänglichen Bedenken, seine parallel ausgeführte Arbeit im Wittlicher Stadtmarketingverein könne Mathar dazu veranlassen, den touristischen Schwerpunkt mehr auf die Stadt als auf Wittlich Land zu legen, kann er zerstreuen. So sieht das auch Joachim Rodenkirch, Bürgermeister der Stadt Wittlich: "Im Gegenteil. Es bringt Synergieeffekte. So kann hierüber die ständige Besetzung der Touristinfo gewährleistet werden. Gleichzeitig steht immer ein Ansprechpartner für das Stadtmarketing zur Verfügung."

Herbert Billen, Pressesprecher der Verbandsgemeinde: "Wittlich-Land fühlt sich durch Stadtmarketing in keiner Weise vernachlässigt." Stadtverwaltung und Verbandsgemeinde sind nach eigenen Aussagen mit der konstruktiven Zusammenarbeit sehr zufrieden.

In Mathars bisheriger Amtszeit hat sich einiges verändert. Als erstes ist da das eigenständige Büro in der Neustraße 18. "Wir wollten eine Touristinfo, die optisch klar erkennbar ist. Vorher war sie in ein Reisebüro integriert."

Neues Büro kommt bei den Kunden gut an



Auch Rodenkirch bestätigt, dass das neue Büro gut bei den Kunden ankommt. Ein Monitor im Schaufenster informiert die Besucher auch außerhalb der Öffnungszeiten über die Hotelangebote vor Ort. Außerdem ist eine Telefonhotline bis 20 Uhr abends eingerichtet, die Anfragen beantwortet und Hotels vermittelt. Damit die Touristen etwas erleben können, ist die TI mittlerweile an den Kartenvorverkauf Ticket Regional angeschlossen. Auch höhere Mitgliedszahlen (25 Prozent mehr) bei den teilnehmenden Betrieben aus dem Hotel-, Dienstleistungs- und Freizeitgewerbe hat Mathar zu verzeichnen. "Ich bin froh, dass ich mit Michaela Rosen und Nicole Baller ein gutes Team um mich habe, mit dem ich Projekte anstoßen und umsetzen kann", sagt der TI-Chef.

Überraschend war für ihn die starke Frequentierung der TI. "Allein im vergangenen halben Jahr hatten wir 3200 Anfragen per Telefon oder E-Mail. Das Jahr ist wirklich gut gelaufen." Rund 900 zu vermittelnde Betten in Wittlich und Umgebung gibt es. Zweimal sei sogar alles ausgebucht gewesen. Die stärksten Monate waren Juni, Juli und August. Am schwächsten seien Januar und Februar gewesen. 25 Prozent der Besucher kommen aus Düsseldorf, Mönchengladbach und Dortmund. Rund 20 Prozent aus der Gegend um Aachen und Euskirchen. Das Saarland mache etwa 17 Prozent aus.

Was die Gäste am liebsten buchen? Mathar: "Ganz vorne bei den Anfragen liegt das Radfahren." Das ist auch der Favorit des TI-Leiters. "Die meisten Aktivitäten habe ich selbst schon ausprobiert. Dafür habe ich mir extra ein neues Fahrrad zugelegt."

Ab 2010 können Rad- und Wander-Pauschalreisen durch die Region in Katalogen gebucht werden. Damit ist auch Rodenkirch zufrieden: "Mit neuen Werbemaßnahmen wurde die räumliche Abdeckung des gesamten Gebietes qualitativ und quantitativ verbessert."

Mathars großes Ziel: Die Region weit über die Grenzen hinaus bekannt und attraktiv zu machen. Mit zwei Wanderjournalisten aus Belgien und Hamburg war er bereits unterwegs, um ihnen die Schönheiten der Region zu zeigen, die sie wiederum in ihren Outdoormagazinen an potenzielle Urlauber weitergeben werden. Ein weiterer Schritt ist die Werbegemeinschaft mit den Kollegen der Südeifel-Touristik. Bei 17 Messen in Belgien, Holland und Deutschland werden sie zusammen auftreten. Außerdem dürfe die TI jetzt Fremdenzimmer und Ferienwohnungen zertifizieren. Bis zu fünf Sterne können vergeben werden. Das wird die große Aufgabe im nächsten Jahr sein.

EXTRA

Zertifizierung der Fremdenzimmer und Ferienwohnungen nach dem Fünf-Sterne-System: Die Sternevergabe erfolgt nach den Richtlinien des Deutschen Tourismus Verbands (DTV). In einem 17-seitigen Fragebogen werden Kriterien abgefragt und mit Punkten benotet. Bewertet werden beispielsweise Größe der Zimmer, Lage des Objekts, Ausstattung (Fernseher), Serviceleistungen der Anbieter, Aussicht und Freizeiteinrichtungen (Hallenbad). Bis zu fünf Sterne können dabei vergeben werden. Einen Stern erhält der Anbieter zwischen 100 und 249 Punkten. 900 Punkte ergeben fünf Sterne für den Anbieter der Zimmer oder Ferienwohnungen. Nach Ansicht von Karsten Mathar werden in Wittlich und Wittlich Land die drei- und vier-Sterne-Kriterien gut zu erfüllen sein. Die Zertifizierung wird den teilnehmenden Betrieben ab 2010 angeboten.