Zoff in der Haushaltssitzung

Eingerahmt von Beschwerden über Verwüstungen der Felder durch Schwarz- und Rehwild hat der Ortsgemeinderat Rorodt den Haushalt für das Jahr 2009 beschlossen. Einer der größten Einnahmequellen darin ist die Jagdpacht. Die Verlängerung des Jagdpachtvertrages um drei Jahre stößt bei Landwirten auf Unverständnis.

Rorodt. (doth) Derzeit scheint der Tisch für Schwarzkittel und Geweihträger reich gedeckt zu sein. Helmut und Arnold Lützenburger waren mit Mischa Pfeiffer in die Sitzung des Ortsgemeinderates Rorodt gekommen, um ihrem Ärger über verwüstete Felder Luft zu machen. "Schweine und Rehe leben bei uns wie im Schlaraffenland, und wir müssen den Schaden jedesmal einklagen oder jede Nacht die Viecher verscheuchen", ärgert sich Helmut Lützenburger.

Den Beschluss der Haushaltssatzung und des Haushaltsplans mussten die Drei aber erst einmal abwarten. Das neue Zahlenwerk nach der "Doppik" (Doppelte Buchführung in Konten) wurde vom Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Hans-Dieter Dellwo, und seinem Finanzchef Michael Suska vorgestellt. Dickster Brocken ist nach wie vor die Dorfscheune, an der seit drei Jahren gebaut wird. Im Sommer soll Einweihung sein.

Der Jahresfehlbetrag summiert sich diesmal auf 13 600 Euro, Abschreibungen und Tilgungen mit eingerechnet. 10 855 Euro neue Schulden werden gemacht. Am Ende des Jahres stehen 138 400 Euro Verbindlichkeiten in den Büchern des 53-Seelen-Ortes.

"Jetzt heißt es erst mal konsolidieren", stellt dazu Ortsbürgermeister Hermann Klein fest. Investiert wird in die Außenanlagen der Dorfscheune, in Anpflanzungen am Brunnenplatz und einen Stromanschluss für die Grillhütte.

Nachdem der Ortsgemeinderat den Jagdpachtvertrag mit der Begründung "das bringt uns jedes Jahr 7000 Euro" um drei Jahre verlängert hatte, regten sich die drei Landwirte erneut auf und monierten, dass rund um Rorodt seit Monaten gar keine Jagd mehr stattgefunden habe. Deshalb plädierten sie dafür, einen neuen Pächter zu suchen, der wirklich was gegen die gefräßigen nächtlichen Besucher unternimmt. Die Ratsmitglieder hörten den Vorwürfen schweigend zu. Der Verlängerung des Jagdpachtvertrages muss noch der Jagdvorstand zustimmen. Der wird am 23. März neu gewählt.