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Zoff um Adressänderung: Deuselbacher sind mächtig sauer

Zoff um Adressänderung: Deuselbacher sind mächtig sauer

Vor kurzem hat die Post die Adresse korrigiert: Der Erbeskopf liegt jetzt offiziell in Hilscheid. Das gibt Verwerfungen in der Verbandsgemeinde.

"Ich habe zufällig erfahren, dass die Adresse des Erbeskopfes geändert ist. Jahrelang hat das keinen interessiert, und jetzt liegt der Erbes kopf plötzlich in Hilscheid," sagt Klaus Hölzemer, Ortsbürgermeister von Deuselbach. Schließlich wurde der höchste Berg im Land jahrzehntelang in Deuselbach verortet. Auch die Postanschrift war in Deuselbach. Aber er liegt schon genauso lange auf Hilscheider Gemarkung. Damals war das wohl ein Fehler der Post, vermutet Ortsbürgermeister Detlef Haink. Denn während in Hilscheid das Postamt schon lange geschlossen war, gab es in der Zeit, als der Skilift gebaut wurde und man am Erbeskopf auch eine Adresse dafür brauchte, noch ein Postamt in Deuselbach. Vor wenigen Tagen hat die Post diesen Fehler korrigiert (der TV berichtete am 1. Juni ).

Dennoch ist Klaus Hölzemer nicht gerade erfreut über diese Entwicklung: "Wir sind ziemlich verärgert. Jetzt auf einmal, wo es den Nationalpark gibt, soll der Erbeskopf bei Hilscheid liegen. Das sehen wir gar nicht ein. Hilscheid ist viel weiter entfernt. Das lassen wir uns nicht gefallen. Der Erbeskopf gehört zu Deuselbach!" Damit hat er nicht ganz unrecht. Denn die Familie Britz, die zu den Pionieren am Erbeskopf gehörte und die erste Skihütte dort gebaut hat, stammte aus Deuselbach. "Da war von Hilscheid noch keine Rede", sagt Hölzemer. Aus seiner Sicht waren es die Deuselbacher, die den Erbeskopf aufgebaut haben. Viele Leute im Ort seien darüber verärgert. Hölzemer: "Es heißt ,Deuselbach am Fuße der Erbeskopfes'. Hilscheid liegt noch nicht mal an der Zehe des Fußes." Er habe sich bei der Thalfanger Verwaltung beschwert und eine schriftliche Stellungnahme eingefordert. Nichtsdestotrotz sprechen die Fakten für sich: Der Erbeskopf liegt auf Hilscheider Gemarkung und muss demnach auch postalisch dort verortet werden. Deshalb hatte der Gemeinderat einen entsprechenden Beschluss gefasst, der nun - nach vielen Jahren - umgesetzt wurde.

"Wir müssen als Verbandsgemeinde die Beschlüsse der Ortsgemeinden umsetzen", sagt Josef Adams von der Verbandsgemeindeverwaltung. Das sei eine Entscheidung der Post. Adams: "Letzten Endes müssen alle Förderanträge an die öffentliche Hand über die Gemeinde gestellt werden, auf deren Gemarkung der Erbes kopf liegt. Und das ist Hilscheid."

Marc Hüllenkremer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Thalfang, versucht, die Wogen zu glätten. "Es ist schön, dass sich alle in der Region mit dem Erbeskopf identifizieren, das wird doch nicht durch eine Postleitzahl geändert", sagt er. Das sei nur eine organisatorische Sache. Er könne den Ärger der Deuselbacher ein Stück weit verstehen, aber es sei doch letzten Endes besser, wenn sich möglichst viele Orte zum Erbes kopf bekennen. Dazu zählten auch Hermeskeil und Idar-Oberstein.KommentarHier geht es um GefühleEs ist völlig klar: Der Erbeskopf stand schon immer auf Hilscheider Gemarkung. Und deshalb ist auch völlig okay, dass die Post nun auch die postalische Adresse Hilscheid zugeordnet hat. Aber hier geht es um Gefühle. Es geht um das Zugehörigkeitsgefühl zum Erbeskopf, das die Deuselbacher verständlicherweise besonders stark empfinden. Sie waren sozusagen die Pioniere am höchsten Berg von Rheinland-Pfalz. Das Thema hätte man daher im Vorfeld etwas sensibler angehen können. Aber nun ist der Drops gelutscht. Nicht nur die Deuselbacher können stolz auf den Erbeskopf sein, sondern auch viele Gemeinden, die in seinem Umfeld liegen. Vielleicht könnte man ja den Deuselbachern eine besondere Hinweistafel "Deuselbach am Erbeskopf" spendieren? hp.linz@volksfreund.de