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Zu Besuch bei "Cleo" und ihren Artgenossen

Zu Besuch bei "Cleo" und ihren Artgenossen

Tiere haben schon immer eine wichtige Rolle in seinem Leben gespielt. Heute faszinieren Marvin Christ aus Bausendorf exotische Reptilien wie die Boa constrictor oder die Königsnatter.

Bausendorf. "Ich war elf Jahre und wollte unbedingt eine Schlange haben. Eine Kornnatter sollte es sein, die ist nämlich sehr gut für Einsteiger geeignet. Außer mir fand das damals niemand witzig in der Familie", erzählt Marvin Christ aus Bausendorf. Er blieb standhaft, und vier Jahre später hat er sich die erste Schlange gekauft.
"Ich weiß noch, wie ich mit viel Respekt die Schlange das erste Mal anfasste. Ein tolles Gefühl war das", erinnert sich Christ zurück. Nach und nach vermehrte sich sein Bestand. Zu Spitzenzeiten zählte er über 100 Schlangen, acht Chamäleons und diverse Geckos. Heute besitzt der 21-Jährige 40 Schlangen, allerdings züchtet er auch Nachwuchs.
Er besucht regelmäßig Reptilienbörsen.Dort tauscht und verkauft er Tiere oder gibt fachkundige Informationen rund um Haltung und Pflege an die Besucher weiter.
Oma streicht Besuche


Giftige Schlangen habe er aus Rücksicht auf seine Freundin, die die Tiere mitversorgt, nicht mehr. Eine giftige Schlange oder Riesenschlange sei auch nicht ungefährlich, sagt Christ. Schutzkleidung wie Handschuhe, Brille und Schlangenhaken sind Vorschrift. Die Frage, ob er schon mal gebissen wurde, beantwortet der Tierliebhaber mit ja. Das sei aber nicht schmerzhaft, allerdings könne eine Entzündung auftreten.
Seine Terrarien habe er zusätzlich mit Schlössern versehen, um wirklich auszuschließen, dass sich ein Tier aus dem Staub macht und jemanden erschreckt. Es reiche schon, dass seine Großmutter ihn nicht mehr besuche, was er sehr schade findet, aber respektiert.
Sein zwölfjähriger Bruder Leon findet die Tiere dagegen sehr cool. Eine Prüfung musste Marvin Christ nicht ablegen. Jeder könne sich Reptilien halten. Gut findet er das nicht, denn es sei nicht damit getan, die Tiere in einen Glaskasten zu sperren und zu füttern. Das wichtigste seien die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit, frisches Wasser und natürlich die Nahrung, die aus lebenden oder tiefgekühlten Mäusen oder Kaninchen besteht.
Die Tiere sind sehr empfindlich. "Wir benötigen täglich rund zwei Stunden für ihre Pflege", sagt Christ abschließend während er Freundin Julia und "Cleo", eine Boa constrictor, im Arm hält. mkl