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Zu viel Alkohol tut dem Moselwein nicht gut

Zu viel Alkohol tut dem Moselwein nicht gut

Welche Erwartungen hat der Verbraucher an den Moselwein? Eine spannende und zugleich wichtige Frage. Die Verbraucher kaufen ihren Wein im Supermarkt, direkt beim Winzer und im Fachhandel. Philipp Bremer vom Weinhaus Bremer in Göttingen versuchte beim Weinbautag in Bernkastel-Kues diese Frage aus Sicht eines Weinfachhändlers zu beantworten.

Bernkastel-Kues. Die gute Nachricht zuerst: Moselwein, speziell der Riesling, hat ein riesiges Potenzial. Die Region bietet eine breite Palette von Geschmacksvariationen, die viele Weintrinker überzeugen. Vom trockenen und unkomplizierten Rivaner-Schoppenwein bis zur edelsüßen Auslese: Moselwein hat für jeden Geschmack und auch für jeden Geldbeutel etwas zu bieten. Dies sagt Philipp Bremer, Weinfachhändler in Göttingen und selbst ein bekennender Moselwein-Trinker. Bremer: "Die Finesse, die Aromatik und die Leichtigkeit des Mosel-Rieslings - das ist einzigartig." Aber Bremer, der sich über den positiven Imagewandel des Moselweins freut, hat auch festgestellt: "Der Funke ist zu vielen Verbrauchern leider immer noch nicht übergesprungen." Immer noch würden in Bezug auf Moselwein viele Verbraucher von "zu süß" oder "zu sauer" sprechen - Bewertungen, die allesamt auf Unkenntnis beruhen.

Der Vorteil im Fachhandel: Dort werden die Kunden im Gegensatz zum Supermarkt oder Billig-Discounter kompetent beraten. Bremer: "Eine eingehende und individuelle Beratung und die grundsätzlich gute und verlässliche Qualität der Weine bieten dem Kunden das Gefühl der Sicherheit, eine guten Einkauf getätigt zu haben. Daraus resultiert eine feste Kundenbindung."

Bremer vermisst bei vielen Weingütern allerdings ein schlüssiges Vertriebskonzept. Dies sei eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Fachhandel. Lieferfähigkeit, eine konstante Sortimentspolitik, Gebietsschutz und ein fachhandelsgerechtes Preissystem seien wichtige Bedingungen für eine langfristige und erfolgreiche Kooperation.

Speziell auf den Moselwein bezogen, sagte Bremer: "Der Mosel-Riesling sollte nicht zu alkoholbetont sein. Er muss trinkbar bleiben." Der Fachhändler verwies auf das Elsaß. Dieses Weinbaugebiet habe in den vergangenen Jahren Marktanteile verloren, weil sich die Weine oftmals zu schwer und breit präsentierten.

Schließlich appellierte er an die rund 400 Winzer in der Mosellandhalle: "Stehen Sie hinter Ihrem Wein und zeigen Sie auch Ihre Begeisterung."