Zündstoff in der Nachbarschaft

Was hat ein 17-Jähriger vor, der in seiner Wohnung Sprengstoff hortet? Dieser Frage geht jetzt die Staatsanwaltschaft Erfurt nach und ermittelt gegen einen Briedeler.

Briedel. (pie) Bei einer Hausdurchsuchung in Briedel hat das Landeskriminalamt Sprengstoff sichergestellt. Das bestätigte Hannes Grünseisen, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt, im Interview. Verdächtig ist ein 17-Jähriger, der seinen Hauptwohnsitz in Briedel und einen Nebenwohnsitz in Thüringen hat. Auch dort hat das LKA die Wohnung durchsucht.Insgesamt sind bei den Durchsuchungen 49 "sprengstoffartige Gegenstände" gefunden worden. Um was genau es sich dabei handelt, wollte Hannes Grünseisen nicht sagen. "Das wird zunächst alles ausgewertet."Gegen den 17-Jährigen läuft jetzt ein Ermittlungsverfahren. Denn es ist generell rechtswidrig, Sprengstoff zu Hause zu lagern. Woher der junge Mann sein explosives Material hatte und zu welchem Zweck er es verwenden wollte, ist noch unklar. Fest steht, dass man an Silvester auf ihn aufmerksam geworden ist. Da löste er zu nächtlicher Stunde eine Detonation aus, die alle Knallereien mit handelsüblichen Waren übertraf. "Das ging über das Normalmaß hinaus", heißt es bei der Staatsanwaltschaft Erfurt.Nach der Hausdurchsuchung ist in Briedel jetzt nur die Gerüchteküche explodiert. Schließlich erregt es Aufsehen, wenn das Landeskriminalamt in einen kleinen Moselort kommt, ein Haus absperrt und in eine Wohnung einrückt. Polizeibeamte aus Trier leisteten Amtshilfe, vor Ort war auch die Feuerwehr. Dabei ist von offizieller Seite nichts zu erfahren. Bürgermeister und Beigeordnete sind zu Stillschweigen verpflichtet worden.Angeblich war der 17-Jährige bisher ein eher unauffälliger Zeitgenosse - für die Briedeler galt er als "ein Zugezogener". Er engagierte sich nicht im Jugendclub, ließ sich bei Dorffesten selten sehen. Dass er gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen haben soll, erschreckt die Einheimischen. Keiner ahnte etwas von der explosiven Nachbarschaft. Doch bis die genauen Hintergründe feststehen, kann es Wochen dauern. "Alle sichergestellten Gegenstände müssen untersucht werden", erklärt Hannes Grünseisen.