Zufahrt zur Klausener Wallfahrtskirche durch kette und Poller versperrt

Konflikt : Ärger um Kirchenzufahrt spitzt sich zu

Vier Poller verhindern seit August vergangenen Jahres die Zufahrt zur Klausener Wallfahrtskirche. Aufstellen lassen hat sie die Besitzerin des Anwesens, die dort eine Ruhezone haben möchte. Jetzt versperrt zusätzlich eine Kette den Torbogen.

Der Torbogen am Augustinerplatz sorgt für großen Unmut in Klausen. Bis August vergangenen Jahres konnte jeder durch den Torbogen fahren und so zur Kirche, zum Pfarr- und Jugendheim, zum Friedhof und zu zwei Privathäusern gelangen. Doch die Grundstücksverhältnisse sind in diesem Bereich sehr unübersichtlich. Die Besucher mussten über das Privatgelände von Helma Diewald fahren, bevor sie auf dem Kirchengelände parken konnten. Dort stehen drei Behindertenparkplätze und weitere Parkplätze für Kirchenbesucher zur Verfügung. Nun ist die Durchfahrt zusätzlich mit einer Kette versperrt. Das ist eine weitere Verschärfung der Auseinandersetzung zwischen der Besitzerin des Anwesens „Alte Post“ und der Kirchengemeinde.

Die vier Poller ließ Helma Diewald anbringen, weil den Platz vor ihrem Gebäude gestalten und eine Ruhezone umsetzen möchte. Das hat nicht nur Folgen für Besucher, sondern auch für die Bewohner eines weiteren Gebäudes, das keine andere Zufahrt besitzt: Sie müssen in der parallel verlaufenden Eberhardstraße oder der Piesporter Straße parken und auch ihre Einkäufe über die Treppenstufen oder um den Gebäudekomplex herum tragen. Auch Pakete werden nicht mehr bis dorthin angeliefert. Und: Die Kirchenbesucher müssen einen weiteren Fußweg durch den Park oder über Treppen in Kauf nehmen.

Viele Klausener Bürger schütteln über die Situation nur noch den Kopf und wünschen sich eine schnelle Lösung. Beispielsweise hat sich Architekt Heinz Maes an den TV gewandt. Er sagt: „Hier werden Fronten aufgebaut, die in Klausen unerwünscht sind und zu Unfrieden im Dorf beitragen, was vermieden werden sollte. Hier wäre bestimmt eine Lösung möglich, wenn man vernünftig miteinander spricht.“

Das sehen andere ähnlich: „Das ist wirklich wie im Kindergarten. Kann man denn nicht miteinander sprechen und die Grundstücksangelegenheiten klären, zum Wohle aller?“, so Sabine Maes, Klausenerin. Auch ein weiterer Bürger meint: „Es ist doch da oben kein Betrieb wie auf dem Kölner Ring. In der Woche ist schon mal gar keiner da, und am Wochenende parken dort stundenweise einige Kirchenbesucher. Es ist auch irgendwann mal gut, das muss doch kurzfristig zu klären sein, wenn man will.“

Die Kirchengemeinde hat, nachdem die Poller aufgestellt wurden, ihr Gelände, das teilweise bis vor den Eingang eines der Häuser von Helma Diewald reicht, mit einem Bauzaun eingezäunt und zeitweise dort Sperrmüll abgeladen. Am 25. April 2019 fand ein Gespräch statt, an dem der Ortsbürgermeister und Vertreter der Verbandsgemeinde teilgenommen haben, um eine Lösung zu suchen, bei dem ein Teil des Geländes zu einer Gemeindefläche hätte werden sollen. Dieses Gespräch hat aber kein Ergebnis gebracht.

Helma Diewald erklärt: „Nein, es wurde bislang keine eigentums- und haftungsrechtliche Lösung gefunden.“ Im Gegenteil: Der Streit geht weiter und mittlerweile versperrt zusätzlich eine Kette den Torbogen, so dass es auch nun nicht mehr möglich ist, dass die Jugendlichen, Chormitglieder verschiedener Chöre und kirchengemeindliche Gruppen zum Jugend- und Pfarrheim fahren können.

Auch Pater Albert Seul äußert sich: „Wir sind von der Rendantur über die Absicht von Frau Diewald den Torbogen zu schließen informiert worden. Grund sei, dass der Bauzaun von uns nicht entfernt wurde.“ Weiter: „Mitglieder der Gemeinde haben mir zudem berichtet, dass ein Auto im Auftrag der Eigentümerin am vergangenen Sonntag die Einfahrt zum Torbogen blockiert hat. Das laufende Verfahren verbietet mir eine Bewertung dieser Handlung.“

Grund für diese Maßnahme ist laut Helma Diewald, dass am vergangenen Sonntag  bereits vor 10 Uhr der Innenhof mit parkenden Autos zugestellt gewesen sein soll, dessen Fahrzeugführer alle nicht gehbehindert gewesen seien. „Finden Sie es in Ordnung, dass diese den wirklich gehbehinderten alten Menschen die reservierten Parkplätze blockieren?“, fragt sie.

Die Kirchengemeinde gibt sich grundsätzlich gesprächsbereit. Pater Albert Seul: „Die Kirchengemeinde versucht weiterhin mit allen Beteiligten eine vernünftige Lösung zu erreichen und behält sich rechtliche Schritte bei einer weiteren Eskalation der Situation vor.“

Mehr von Volksfreund