zum 20. Mal findet am Wochenende das große Frauenhandballturnier in Wittlich statt

Jubiläum im Eventum : Überflutung, Frisurentrends und viele Stars

Am Wochenende findet das Frauenhandballturnier der HSG Wittlich zum 20. Mal statt. Der Wittlicher Handball Cup ist mittlerweile die bedeutendste Veranstaltung ihrer Art in Deutschland. Wie es dazu kam.

Eigentlich wollten die Macher der Handballspielgemeinschaft (HSG) Wittlich vor 21 Jahren „nur“ ein Testspiel für ihre Frauenmannschaft gegen den Bundesligisten Borussia Dortmund organisieren. Aber nach zweijährigen Planungen und dem Besuch von vielen Turnieren waren sich der heutige HSG-Vorsitzende Axel Weinand und sein langjähriger Vorstandskollege Dietmar Beckhäuser einig: Wir organisieren ein Turnier in Wittlich. „Damals gab es viele solcher top-besetzter Turniere in der Region wie den Karlsberg-Cup in Trier oder den Techni-Sat-Cup in Daun, aber nur für Männermannschaften, für Frauen wurde so etwas nicht angeboten“, sagt Weinand.

Aus der Idee und dem ersten „Stelioplast-Cup“ im Jahr 1999 wurde das heute bestbesetzte Frauenhandballturnier Deutschlands, das am Wochenende zum 20. Mal veranstaltet wird. Nur 2008 gab es kein Turnier, weil die deutsche Frauen-Nationalmannschaft parallel bei den Olympischen Spielen in Peking am Start war. Während viele vergleichbare Handball-Turniere aus finanziellen Gründen aufgeben mussten, wird in Wittlich immer noch gespielt. „Wir hatten den Vorteil, dass wir vom Start weg einen tollen Namenssponsor hatten“, sagt Weinand. Als sich das Binsfelder Unternehmen Stelioplast 2013 zurückzog, wurde der Etat auf viele andere Sponsoren, wie Lotto, die Elsen-Gruppe oder Bitburger, verteilt.

Das letzte Turnier unter dem alten Namen markierte den wichtigsten Wandel, denn von 1999 bis 2012 wurde das Turnier in der BBS-Halle ausgetragen, seither wird im Eventum gespielt. „Das macht die Organisation einfacher, zum Beispiel müssen wir kein Zelt mehr vor der Halle aufbauen“, sagt Julia Marx, mit Ramona Zender die Organisationsleiterin des Turniers, das seit 2014 Wittlicher Handball Cup heißt.

Der ganze Verein ist am Wochenende wieder auf den Beinen, rund 200 HSG-Mitglieder sind in den unterschiedlichsten Funktionen eingebunden, viele Mitstreiter aus dem Orga-Team sind zum 20. Mal dabei. „Das läuft absolut routiniert“, sagt Marx. Und von den Mannschaften gibt es alle Jahre wieder viel Lob für die tolle Betreuung.

„In den ersten Jahren hatten wir samstagabends immer noch eine Players-Party im Zelt, das hat sich mit der Zeit aber gewandelt, denn die Mannschaften gehen das Turnier sehr professionell an“, sagt Birgit Unger, die seit dem ersten Turnier im Orgateam ist. Susanne Posnien (ebenfalls seit 1999 dabei) hat während des Turniers eine wichtige Zusatzaufgabe, sie wäscht für den Rekordteilnehmer Bayer Leverkusen (inklusive 2019 bei allen 20 Turnieren dabei) die Trikots.

Auch sonst gibt es viele Geschichten rund um die 20-jährige Turniergeschichte: 2017 hätte der Wittlicher Handball Cup fast wegen einer Überflutung im Eventum abgesagt werden müssen, erst in der Nacht zum Samstag wurde die Halle spieltauglich. Noch in der BBS-Halle musste einmal eine Kabinentür aufgesägt werden, weil der Schlüssel von innen steckte. Berühmt war auch der „Friseursalon“ der früheren Trierer Spielerin Anja Althaus, die neben ihrer Handballkarriere eine Friseurausbildung absolviert hatte und in Wittlich für die neuen Frisuren der Spielerinnen zuständig war.

Insgesamt spielten in nun 20 Turnierjahren Mannschaften aus 14 Ländern in Wittlich. Spielerinnen aus über 30 Ländern standen in Wittlich auf dem Feld, darunter viele Olympiasiegerinnen, Welt- und Europameisterinnen. In diesem Jahr gibt es eine Premiere: Dank der ersten Teilnahme des 2016er Champions-League-Siegers CSM Bukarest kommt die einzige vierfache Welthandballerin Cristina Neagu nach Wittlich. Neben Bukarest ist der diesjährige Champions-League-Halbfinalist und WHC-Titelverteidiger aus Metz (Frankreich) der Favorit, zudem sind der deutsche Meister Bietigheim, Rekordmeister Leverkusen sowie die Bundesligisten Metzingen und Buxtehude am Start.

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