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Zum Gewerbegebiet Maring-Noviand schreibt Rainer Weinand

Lersermeinung : Hühner gackern, bevor das Ei gelegt ist

Gewerbegebiet

Zum Leserbrief von Christoph Braun zum Gewerbegebiet Maring-Noviand schreibt Rainer Weinand:

Wie schön, Herr Braun stimmt mir also zu, dass er bei anderen, nicht unerheblichen Flächenversiegelungen, seine Stimme nicht zum Protest erhoben hat. Falsch ist allerdings seine unbewiesene Behauptung, nur Bewohner von Maring-Noviand dürften sich zum geplanten interkommunalen Gewerbegebiet äußern. Davon war nie die Rede, lediglich davon, wie vehement sich offensichtlich nicht direkt betroffene VG-Mitbürger zur Meinungsäußerung berufen fühlen. Und das, bevor der Gemeinde Maring-Noviand das „G“-Merkmal zugewiesen ist. Dieses ist aber Grundvoraussetzung dafür, dass im Flächennutzungsplan das zur Rede stehende Gelände überhaupt als Gewerbefläche ausgewiesen werden darf. Hier gackern die Hühner, bevor das Ei gelegt ist.

Apropos Flächenversiegelung – wie groß ist eigentlich die Fläche, die in Zeltingen-Rachtig für Wohnmobil-Stellplatz, Parkplätze, Minigolf etc. direkt an der Mosel versiegelt wurde? Eine Fläche, die der Mosel immer wieder als Überflutungsmöglichkeit dient.

Übrigens ist die Gemeinde Maring-Noviand nach meiner Kenntnis die einzige Gemeinde in der VG Bernkastel-Kues, die in der jüngeren Vergangenheit sogar versiegelte Flächen „entsiegelt“ hat (Rückbau K 58 Richtung Platten)!

Auch mit seinen Aussagen zur Bevölkerungsentwicklung bewegt sich Herr Braun auf ganz dünnem Eis. Beim Statistischen Landesamt findet man das Dokument „Demografischer Wandel in Rheinland-Pfalz, fünfte regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung“ vom Februar 2019 – aktuellere Daten sind leider noch nicht verfügbar. Hierin werden drei Varianten aufgeführt (untere, mittlere und obere Variante). Diese prognostizieren für den Kreis Bernkastel-Wittlich bis zum Jahr 2040 entweder einen Rückgang der Einwohnerzahl von circa acht Prozent (untere Variante), 3,7 Prozent (mittlere Variante) oder gar einen Anstieg von etwa 0,6 Prozent (obere Variante). Die untere Variante dient laut Marcel Hürter (Präsident des Statistischen Landesamtes) lediglich dazu, die Auswirkungen der natürlichen Bevölkerungsbewegungen aufzeigen zu können.

So kann man also den von Herrn Braun prognostizierten Bevölkerungsrückgang von 6,7 Prozent ins Reich der Spekulation verweisen. Und auch mit vielleicht ein paar Hundert Bürger*Innen weniger in der VG Bernkastel sind wir auch 2040 noch auf Steuereinnahmen angewiesen. Wie die Gegner des IKG diese erzielen wollen, bleibt deren gut gehütetes Geheimnis.