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Zum siebten Mal auf Sammeltour in Longkamp

Zum siebten Mal auf Sammeltour in Longkamp

Anrührende Geschichten erlebt Elfriede Bungert, wenn sie in ihrem Heimatort Longkamp von Haushalt zu Haushalt geht. Die 74-Jährige will auch in Zukunft Geld für kranke Kinder sammeln. Denn viele Menschen warten immer schon auf sie. Mit dem Geld wird viel Gutes getan.

Longkamp. (cb) Zum siebten Mal ist Elfriede Bungert auf Sammeltour in ihrem Heimatort Longkamp gewesen. 2607 Euro sind dabei zusammengekommen. Das Geld kommt, wie in den Vorjahren, krebskranken Kindern zugute.

Ausgangspunkt für das Engagement der 74-Jährigen war 2003 das Schicksal eines an Leukämie erkrankten Mädchens aus der Nachbarschaft. Es hatte damals die erste Operation im Trierer Mutterhaus hinter sich und wartete auf die Chemotherapie. Als Elfriede Bungert erfuhr, dass das Mädchen monatelang in der Kinderkrebsstation bleiben musste, fasste sie den Beschluss, sammeln zu gehen. Mit dem Geld sollten kranken Kindern Wünsche erfüllt werden, die das Budget der Klinik nicht hergibt. Sie besorgte sich bei der Kreisverwaltung eine Spendenerlaubnis und klapperte in Longkamp die 400 Haushalte ab.

2222 Euro kamen Anfang 2004 bei der ersten Aktion zusammen. In den Folgejahren waren es zwischen 2300 und 2600 Euro (der TV berichtete).

In all den Jahren hat Elfriede Bungert auch immer wieder anrührende Geschichten erlebt. Das war bei ihrer siebten Tour nicht anders. Bungert erzählt von dem vierjährigen Jonas, der sein Sparschwein plünderte, als er an der Haustür von der Aktion für kranke Kinder hörte. Mit zwei Zehn-Euro-Scheinen und Kleingeld sei er auf sie zugekommen, erzählt Bungert. Die Münzen hat sie voll Dankbarkeit und Rührung genommen, die Scheine nicht.

Die 2607 Euro wurden gleich für konkrete Projekte verwendet. Mit einem Teil des Geldes wurde der Urlaubsaufenthalt eines 17-jährigen schwerkranken Mädchens mitfinanziert. Es hatte sich gewünscht, mit seiner Familie ein paar Tage am Meer verbringen zu können. Geld ging auch an die Familie eines elfjährigen Jungen, dessen Mutter ihren Job aufgeben musste, um ihn pflegen zu können. Der Vater schrieb einen Brief an Elfriede Bungert. "Vielen Dank an alle Longkamper" stand darin unter anderem.

"Tschüss bis nächstes Jahr." So ist Elfriede Bungert in vielen Haushalten verabschiedet worden. Und Elfriede Bungert wiederholt, was sie bisher immer sagte. "So lange ich gesund bin, werde ich weiter sammeln. Hoffentlich kann ich noch lange gehen."