Zusammenrücken und Kräfte bündeln

Zusammenrücken und Kräfte bündeln

Bengel/Wittlich. Seit 1. April sind die Dekanate Klausen, Manderscheid, Traben-Trarbach und Wittlich zu einem Großdekanat zusammengefasst. Mit einem Gottesdienst und einer anschließenden Feierstunde wurde das neue Dekanat in Anwesenheit von Weihbischof Leo Schwarz im Karmelitenkloster Springiersbach offiziell aus der Taufe gehoben.

Es war ein Start, der eigentlich keiner war. Im Karmelitenkloster Springiersbach zelebrierte der Trierer Weihbischof Leo Schwarz eine Messe, mit der offiziell das neue Dekanat Klausen-Manderscheid-Traben-Trarbach-Wittlich seinen Dienst aufnahm. Es ist vielleicht mit einem Haus vergleichen, das schon seit längerem bewohnt wird, an dem nun aber endlich auch ein Namensschild an der Klingel angebracht wurde. Bezogen wurde es schon am 1. April, als die vier bis dahin bestehenden Dekanate aufgelöst und zu einem neuen Großdekanat zusammen gefügt wurden. Ebenfalls seit diesem 1. April schon gibt es mit Rudolf Halffmann, Pastor der Pfarrei St. Markus in Wittlich, einen Hausherren: Ihn hatte der Trierer Bischof Dr. Reinhard Marx zum Dechanten ernannt. Bei der Begrüßung zum Gottesdienst sagte Halffmann, zentraler Mittelpunkt der Kirche sei und bleibe die Verkündigung des Evangeliums, weshalb es auch gut sei, eine Messe an den Beginn des neuen Dekanates zu stellen. Dann aber wurde es doch offiziell, denn Bischof Schwarz ließ zunächst die Ernennungsurkunden der Dekanatsleiter verlesen. Anschließend gratulierte er dem neuen Dechanten, seinem Definitor Edwin Prim, Pfarrer in Hetzerath und ehemaliger Dechant in Klausen, sowie dem Pastoralreferenten Gregor Lauterbach, der nun zusätzlich noch die Aufgaben des Dekanatsreferenten übernimmt. Diese drei stehen in der Verantwortung für fast 46 000 Katholiken in 41 Pfarreien, die von 15 Pfarrern, sechs Kooperatoren und neun Pfarrern, die sich schon im Ruhestand befinden, geleitet werden. Hinzu kommen die pastoralen Mitarbeiter, die keine Priesterweihe haben, so dass insgesamt 44 Seelsorger für die geistlichen Belange zuständig sind. Ein wenig erinnerte die Zeremonie an eine militärische Veranstaltung. Freilich musste niemand stramm stehen, und es wurden auch keine Tagesbefehle verlesen. Aber es war die Rede von territorialer Vernetzung, Bündelung und Konzentrierung von Kräften (Schwarz), von Strukturwandel und der mittleren Ebene zwischen Diözese und Pfarreien, beziehungsweise Pfarreiengemeinschaften (Halffmann). Vielleicht tragen auch die Titel zu diesem Eindruck bei. Die Dechanten oder Dekane waren in der römischen Armee die Sprecher einer Gruppe von jeweils zehn Legionären. Letztendlich geht es aber um Dinge, die heutzutage auch in jedem Wirtschaftsunternehmen zu hören sind. Es geht um Rationalisierung, um den möglichst effektiven Einsatz der vorhandenen Kräfte. Dabei ist es unvermeidlich, das Strukturen aufgebrochen werden, lieb Gewonnenes aufhört, zu bestehen. So konnte das alte Dekanat Wittlich immerhin auf eine 177-jährige Geschichte zurück blicken, das Dekanat Manderscheid existierte 135 Jahre.Betreuung der Gläubigen nicht vernachlässigen

Vielfältige Aufgaben, vor allem im verwaltungstechnischen Bereich sind vom neuen, großen Dekanat zu bewältigen - ohne dass dabei die seelsorgerische Betreuung der Gläubigen vernachlässigt werden darf. Es sind noch viele Fragen offen, auf die es noch keine Antworten gibt. Halffmann wies darauf hin, dass das neue Dekanat aber nicht bei Null beginne. "Wir haben die Basis der bisherigen Dekanate, in denen gute Arbeit geleistet worden ist. Von dieser Basis aus können wir starten. Wir müssen zusammenrücken, zusammenhalten und Kräfte bündeln." Ein Beispiel dafür, wie das aussehen kann, gaben beim Gottesdienst die Kirchenmusiker des neuen Dekanates. Kurz entschlossen hatten sie sich zusammengefunden und unter der Leitung von Reinhold Schneck, der auch das Orgelspiel übernahm, einen Chor gebildet, der die Feier musikalisch umrahmte. Ein harmonischer Anfang, wie er besser nicht hätte sein können.