Zwei Abschlüsse auf einen Schlag

Lehre oder Studium? Die ersten fünf Facharbeiter mit Hochschulabschluss aus der Region haben gezeigt, dass beide Abschlüsse innerhalb von vier Jahren gemeistert werden können.

Wittlich. Studenten kennt man. Die lernen in Hochschulen interessante Dinge und schreiben Klausuren. Auszubildende sind auch ein Begriff. Die lernen in ihren Betrieben ihr Handwerk und gehen zur Berufsschule. Doch was sind Azudenten? In Wittlich sind nun fünf Azudenten geehrt worden, die nach vier Jahren den Facharbeiterbrief als Industrie- oder Konstruktionsmechaniker und den Bachelor-Abschluss am Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier erhalten haben (siehe Extra).
Einer dieser Facharbeiter-Bachelors ist Christian Kandels. Auch für den 24-Jährigen aus Hütten bei Neuerburg war Azudent ein Fremdwort. "Ich habe davon in der Zeitung gelesen", erinnert sich der Mann, der bei Goodyear-Dunlop in Wittlich seine Lehre absolvierte. Er habe sich nach Abitur und Bundeswehr für ein Duales Studium interessiert. Schließlich habe er sich für die Azudenten-Ausbildung entschieden, bei der die Hochschule Trier, die Berufsbildende Schule Wittlich, das Überbetriebliche Ausbildungszentrum sowie die Industrie- und Handelskammer Trier zusammenarbeiten. Kandels arbeitet weiter für das Wittlicher Unternehmen. Er nun will noch den Master-Abschluss machen.

Auch Patrick Mertes aus Salmtal ist Azudent. Er ist im zweiten Jahr seiner Ausbildung und deshalb gerade in seinem Heimatbetrieb Ideal-Standard in Wittlich zu finden. Der 20-Jährige spricht von den Vorteilen, die das Hochschulstudium mit starken praktischen Inhalten mit sich bringt: "Es macht mir viel Spaß, nicht nur im Hörsaal zu sitzen." Freude dürfte es dem künftigen Bachelor und Facharbeiter auch gemacht haben, dass Azudenten offensichtlich ein gutes Rüstzeug für die beiden Abschlüsse mit sich bringen. Die ersten fünf Wittlicher Azudenten gehörten mit ihren Ergebnissen sowohl im handwerklichen als auch im Hochschulbereich zu den Besten. Wie gut sie abgeschnitten haben, berichtet Professor Thomas Preußler von der Hochschule Trier. "Der Jahrgangsdurchschnitt bei den Maschinenbauern lag bei 2,4. Die der fünf Azudenten im Durchschnitt bei 1,5." har
Extra

Statt üblicherweise sechs Jahre und mehr dauert die praktische und wissenschaftliche Ausbildung zum Industriemechaniker (IHK) und zum Bachelor of Engineering Produktionstechnik als Azudent vier Jahre. Die Azudenten sind nach der betrieblichen Phase mit der Ausbildungsvergütung auch in der Hochschulphase materiell abgesichert. Die Bewerber benötigen ein Abitur oder die Fachhochschulreife. Bisher haben Firmen aus Prüm, Daun, Wittlich, Oberbettingen oder Idar-Oberstein Azudenten ausgebildet. Kontakt: Überbetriebliches Ausbildungszentrum Wittlich, Detlef Wiese, Telefon 06571/ 978722, (E-Mail: info@ueaz-wittlich.de), Berufsbildende Schule Wittlich, Gerd Burens, Telefon 06571/97780 ( bbs.wittlich@bbs-wittlich.de), Umweltcampus Birkenfeld der Hochschule Trier, Professor Thomas Preußler, Telefon 06782/171164 ( t.preussler@umwelt-campus.de). har

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