Zwei Dörfer - zwei Wege in die Zukunft

Horath/Schönberg · Fast zeitgleich haben sich die Ortsgemeinderäte von Horath und Schönberg mit der Kommunal- und Verwaltungsreform beschäftigt. Während die Ratsmitglieder in Schönberg die Meinung der Bürger einholen wollen, sehen ihre Kollegen in Horath derzeit keinen Handlungsbedarf.

Horath/Schönberg. Der Schönberger Ortsgemeinderat will wissen, wie die Bürger zur Kommunal- und Verwaltungsreform stehen. Dem Beispiel von Breit folgend (der TV berichtete) haben sich die Räte in ihrer jüngsten Sitzung für eine Fragebogenaktion ausgesprochen. Alle Schönberger ab 16 Jahren werden befragt. Hat für sie die Selbständigkeit des Dorfes Priorität und falls ja, zu welcher Verbandsgemeinde (VG) zieht es sie? Oder möchten sie Ortsbezirk einer Einheitsgemeinde wie Morbach werden? Laut Ortsbürgermeister Harald Prümm kann "freiwillig und anonym" geantwortet werden.
Kommunalreform



Der Rat verspricht sich davon ein Stimmungsbild als Grundlage für künftige Entscheidungen. Gebunden an einen Mehrheitswillen wäre er - anders als bei einem formellen Bürgerentscheid - nicht. Die Fragebogen sollen möglichst bald verteilt werden. Eingesammelt werden sie jedoch erst nach Veröffentlichung der vom VG-Rat angekündigten Aufstellung von Vergleichsdaten. Wie berichtet, soll Morbach einen Fragenkatalog erhalten. Sobald die Antworten vorliegen, will die VG Vor- und Nachteile beider Strukturen ins Amtsblatt rücken. Der Schönberger Rat hatte sich bereits im Dezember dafür ausgesprochen, vor einer etwaigen Fusion, die bis 30. Juni noch auf freiwilliger Basis möglich ist, die Bürger zu befragen.
Die Ratskollegen in Horath, Nachbarort des Morbacher Ortsbezirks Haag, sehen derzeit keinen Handlungsbedarf. Sie halten an einem früheren Beschluss fest, möglichst als gesamte Verbandsgemeinde zu fusionieren und Gespräche mit Morbach zu führen. Die jetzige Sachlage sei ja unverändert, verweist Ortsbürgermeister Egon Adams auf ein Schreiben des Innenministeriums (siehe zweiter Text).
Dass der Verbandsgemeinderat weiter mit Morbach verhandle, sei ja "das, was die Horather wollen". Dass der Tagesordnungspunkt keinen einzigen Bürger zur Sitzung lockte, sieht er als Bestätigung, dass der vom Rat eingeschlagene Kurs gutgeheißen wird: "Wenn ich das an der Zuhörerzahl beurteile, sind die Leute mit dem einverstanden, wie es ist." urs