Zwei Jahre Ampelregelung an der Mülheimer Brücke

Zwei Jahre Ampelregelung an der Mülheimer Brücke

Erst gab es Angst vor einer Vollsperrung, dann Freude über die Flexibilität des Landesbetriebs Mobilität. Die 2,4 Millionen Euro teure Sanierung der Mülheimer Brücke geht über die Bühne, ohne dass der Verkehr umgeleitet werden muss.

Mülheim. Es ist kein Aprilscherz: Ab kommenden Dienstag, 1. April, wird die Moselbrücke zwischen Mülheim und Lieser für zwei Jahre zur Baustelle. Die Sanierung des 1968 eingeweihten und stark befahrenen Bauwerks ist unumgänglich. Immerhin sind auf ihr pro Tag durchschnittlich 7800 Fahrzeuge unterwegs, davon bis zu 1000 Lastwagen. Für sie ist die Brücke immer noch eine Verbindung zwischen Eifel und Hunsrück sowie den Benelux-Ländern und dem Rhein-Main-Gebiet. Die wichtigste Meldung im Zusammenhang mit den beginnenden Arbeiten: Nach jetzigem Stand bleibt die Brücke für die gesamte Zeit befahrbar. Der Verkehr wird per Ampel geregelt. "Deswegen kann es zeitweise zu Verkehrsbehinderungen kommen", heißt es vom Landesbetrieb Mobilität (LBM).
Am Anfang der Planungen war von einer Vollsperrung die Rede. Dagegen liefen die Anliegergemeinden und auch Bürger Sturm. Denn damit wären weiträumige Umleitungen verbunden gewesen (der TV berichtete). Der LBM hat darauf reagiert.
Die Arbeiten beginnen auf der Mülheimer Seite an der Auffahrt/Abfahrt zur B 53 (siehe Grafik). Dort wird allerdings nicht saniert sondern in erster Linie die Vorfahrtsregelung geändert. Fahrzeuge, die aus Richtung Bernkastel-Kues auf die Brücke einbiegen beziehungsweise von dort in diese Richtung fahren, werden dann Vorrang haben. Hintergrund: Es kommt immer wieder zu Auffahrunfällen. Gerade beim Wechsel auf die B 53 bilden sich häufig kurze Rückstaus.
Im Anschluss kommt dann das Verbindungsstück zwischen den beiden Moselufern dran. Und zwar in sechs Abschnitten, drei auf der rechten Fahrbahn, drei auf der linken. Jeder Abschnitt (etwa 275 Meter lang) wird einzeln saniert.
Warum diese Abschnitte? Damit auch bei kurzer Ampelschaltung möglichst viele Fahrzeuge passieren können. Ein Aspekt dabei: Viele Winzer müssen mit ihren Traktoren über die Brücke, um in die Weinlage Brauneberger Juffer zu gelangen. Ganz am Ende der Arbeiten wird dann auch noch die Anfahrt nach Mülheim saniert.Protest hat Wirkung gezeigt


Für die Arbeiten sind nach Auskunft des LBM Kosten von 2,4 Millionen Euro veranschlagt. Dass sie notwendig sind, bestreitet niemand. Wichtig ist vor allem die Ampelregelung. Die Ortsbürgermeister von Brauneberg, Mülheim und Lieser, Udo Schiffmann, Friedhelm Leimbrock und Gerhard Stettler, loben unabhängig voneinander die Flexibilität des LBM. Die Behörde sei auf den Protest eingegangen, der nach der Vorstellung der ursprünglichen Vollsperrungspläne entstand. "Wäre es bei den Plänen geblieben, wäre ein Großteil des Schwerlastverkehrs durch Brauneberg geflossen. Die Laster hätten uns die neue Straße kaputt gefahren", sagt Udo Schiffmann. Edeltrud Bayer, die Leiterin des LBM, habe sich sehr verständnisvoll und hilfsbereit gezeigt, betonen Schiffmann und Leimbrock. "Die haben sich richtig Gedanken gemacht", lobt Stettler die LBM-Leute.
Dass es trotzdem zu Behinderungen und auch Unmut kommen kann, wissen die drei Bürgermeister. Das LBM habe aber versprochen auch dann schnell zu reagieren, wenn es in seiner Macht stehe.

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