Zwei Kilometer Rohre fehlen noch

Die Verbandsgemeinden Hermeskeil und Thalfang wollen durch ein Gemeinschaftsprojekt die Wasserversorgung sicherer machen. Möglicherweise werden noch in diesem Jahr die beiden Trinkwassernetze miteinander verbunden. Dafür muss noch eine zirka zwei Kilometer lange Leitung zwischen Malborn-Thiergarten und dem Hermeskeiler Gewerbegebiet Grafenwald verlegt werden.

Hermeskeil/Thalfang. Geplant ist er schon länger, der Wasserleitungs-Lückenschluss zwischen den Verbandsgemeinden (VG) Hermeskeil und Thalfang. Die Verbindung der Trinkwassernetze soll die Versorgung von rund 22 000 Menschen langfristig und über Verwaltungsgrenzen hinweg sichern.
Ausschreibung im Herbst


Ende des Jahres könnten die restlichen Arbeiten ausgeschrieben und dann zeitnah ausgeführt werden. Vorgesehen ist dann der Bau einer zirka zwei Kilometer langen Verbindungsleitung zwischen dem Hermeskeiler Industriegebiet Grafenwald und dem Malborner Ortsteil Thiergarten.
Die Trasse verläuft etwa jeweils zur Hälfte über Hermeskeiler und Thalfanger Gebiet. Verlegt werden die Rohre entlang eines Waldwegs. Insofern sind Autofahrer von den Bauarbeiten nicht betroffen. 2013 soll dann im Röderbachtal bei Malborn noch eine Pumpstation gebaut werden, über die Trinkwasser in beide Richtungen gepumpt werden kann.
Nach Auskunft des Hermeskeiler Werkleiters Andreas Schmitt sind alle erforderlichen Vorkehrungen getroffen. Vor allem hat die federführende VG Hermeskeil einen Zuschussantrag gestellt. Denn für Projekte von überörtlicher Bedeutung ist anders als bei lokalen Vorhaben mit finanzieller Unterstützung zu rechnen. Sobald die Trierer Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) den Antrag genehmigt hat, geht er ans Mainzer Umweltministerium. Dort werden dann die Förderbescheide ausgestellt.
Die VG Thalfang und Hermeskeil haben somit gute Aussichten auf ein zinsloses Landesdarlehen, das 80 Prozent der förderfähigen Kosten abdeckt. Die geschätzte Gesamtinvestition liegt bei 1,2 Millionen Euro.
Da eine positive Antwort bereits vorab signalisiert wurde, könnten die Arbeiten im Herbst ausgeschrieben werden. Eine wichtige Voraussetzung für die Verwirklichung des Bauprojekts wurde durch die Beschlüsse beider VG-Räte im Juni erfüllt. Sowohl Thalfang als auch Hermeskeil haben einer Zweckvereinbarung zugestimmt, die Pflichten und Haftungsfragen regelt.
Ein erstes, vor vier Jahren verlegtes Verbindungsstück von den Petersberghöfen (siehe Extra) bis Malborn ist laut dem Thalfanger Wassermeister Timo Klein bereits in Betrieb. Die zirka 2,5 Kilometer sollten bis zum Andocken des letzten Teilstücks nicht leer stehen. Er und sein Hermeskeiler Kollege Burkhard Theis wissen, wie sehr die grenzüberschreitende Versorgung eilt. Im sehr trockenen Vorjahr sei das offenkundig gewesen: "Da waren nicht mehr viele Reserven da", sagt Theis. Während jetzt binnen 24 Stunden etwa 500 Kubikmeter Wasser aus Quellen oder witterungsunabhängigeren Tiefbohrvorräten die Rohre passieren, waren es vor zwölf Monaten nur etwa 200 Kubikmeter. Da hätte schon ein kleiner Rohrbruch gereicht, die Kapazitäten restlos auszuschöpfen.Extra

Im Interesse einer größtmöglichen Trinkwassersicherheit der Verbandsgemeinden Thalfang und Hermeskeil machte Thalfang vor vier Jahren den ersten sichtbaren Schritt. Die VG beauftragte ein 1,2 Millionen Euro teures Teilstück des überörtlichen Trinkwasserverbundes. Es verbindet die Hochbehälter Thiergarten und Malborn mit einer zirka 2,5 Kilometer langen Wasserleitung. Sie verläuft ausschließlich auf Thalfanger Gebiet - und zwar von den Aussiedlerhöfen Petersberg (auf der Höhe der B 327-Abzweigung nach Thiergarten) über die St. Nikolaus Quelle bis nach Malborn hinein. Nun steht für weitere 1,2 Millionen Euro der Lückenschluss an: eine die Verwaltungsgrenze überschreitende Leitung vom Industriegebiet Grafenwald nach Thiergarten. Das Vorhaben traf anfangs in der VG Thalfang auf Skepsis. Mit dem Hinweis, vorrangig sollten eigene Reserven erschlossen werden, wurde die Notwendigkeit einer solchen Verbindung in Frage gestellt. urs