Zwei Messungen, ein Ergebnis

Wie hoch ist der Erbeskopf? Das war eine Frage, die die Region in den vergangenen Tagen bewegte. Seit Donnerstag besteht Klarheit. Der höchste Punkt von Rheinland-Pfalz ist 816,32 Meter hoch.

Erbeskopf/Koblenz. Gerhard Berg war sich ganz sicher: Er brachte bereits ein Plakat aus Koblenz mit in den Hunsrück, auf dem zu lesen stand: "Jetzt ist es amtlich: Erbeskopf 816 Meter hoch!" Doch eigentlich waren er und seine Mitarbeiter vom Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation einschließlich des Präsidenten Gerold Orth eigens in den Hunsrück gereist, um die Ungereimtheiten um die exakte Höhe des Erbeskopfs aus der Welt zu schaffen. Denn in den vergangenen Wochen hatten unterschiedliche Höhenangaben die Menschen in der Region irritiert. 818 oder 816 Meter - das war die alles entscheidende Frage.Eines stand bereits im Vorfeld fest: Der höchste Punkt, markiert mit einem unscheinbaren Stein, liegt auf einer grünen Wiese in der Nähe der Radaranlage der Bundeswehr. Und so kamen Landvermesser, Medienvertreter und TV-Leser Rolf Andres, der mit einer Anfrage beim Katasteramt Bernkastel-Kues völlig unbeabsichtigt eine Lawine losgetreten hatte, nur unter Vorlage ihres Personalausweises überhaupt in die Nähe der Erbeskopf-Spitze. Um 13.10 Uhr war es dann so weit. "Die Messung erscheint innerhalb weniger Sekunden", sprach Lothar Hünerfeld, ebenfalls vom Vermessungsamt, während eines Live-Interviews mit einem Radio-Sender in sein Handy. Und dann: "Es sind genau 816,32 Meter." Die zweite Messung bestätigt das Ergebnis

Es handelt sich um eine Messung mit der Nivellement-Methode, mit der die Höhenunterschiede zwischen Punkten gemessen werden. Doch beim Landesamt wollte man ganz sicher gehen. Eine Messung per GPS folgte. GPS ist die Abkürzung für Global Positioning System. Diese Methode stützt sich auf Satelliten, die Signale aussenden. Aus der Laufzeit der Signale können GPS-Empfänger ihre Position ermitteln. Die zweite Messung ergab keine Überraschung. Eckard Gerz las die identische Höhe ab. Damit steht fest: Der höchste Punkt von Rheinland-Pfalz ist rund zwei Meter niedriger als bisher vor Ort angenommen.Michael Suska, Finanzchef vom Rathaus der Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf, zeigte sich erfreut, dass der Punkt endgültig geklärt ist. Dass man nun die Höhenangabe "sukzessive in Broschüren und anderen Werbemitteln" ändern muss, ist aus seiner Sicht kein Problem. Er bewertete es positiv, dass die Erhebung über Wochen im Gespräch war. Und noch jemand war zufrieden: TV-Leser Rolf Andres: "Dann haben die Lehrer uns doch nichts Falsches beigebracht."