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Zwei neue Bewerber für Windräder

Zwei neue Bewerber für Windräder

In einer Sitzung haben die Ratsmitglieder aus Thalfang und Deuselbach dem gemeinsam geplanten Windpark ihren Segen erteilt. In der kommenden Woche wollen die Orte den Vertrag mit dem Windkraftunternehmen unterzeichnen. Danach geht es an die Detailplanung.

Thalfang/Deuselbach. Der kleine Windpark zwischen Thalfang und Deuselbach ist beschlossen und wird auch bald besiegelt. Drei knapp 150 Meter hohe Anlagen sind auf den Höhen geplant. Im günstigsten Fall könnten sie in zwei Jahren in Betrieb gehen. Bis dahin drehen sich in der Verbandsgemeinde (VG) möglicherweise zusätzlich zu den heute 15 Rädern noch 21 weitere. Für sie hat das Unternehmen Abo-Wind bereits Genehmigungen beantragt (siehe Extra).
Derart fortgeschritten sind die Pläne in Thalfang und Deuselbach noch nicht. Mit ihrem einstimmigen Ja zum Konzept haben die Räte beider Ortsgemeinden aber einen wichtigen Schritt getan. Nächste Woche sollen die Verträge unterzeichnet werden.
Was noch fehlt, sind Natur- und Umweltschutzgutachten sowie immissionsschutzrechtliche Genehmigungen, die für Anfang bis Mitte 2015 erwartet werden. Windkraftpläne müssen den Lebensraum geschützter Tierarten und gewisse Schall- und Lärmgrenzen berücksichtigen. Die drei Anlagen, geplant mit Mindestabständen von 800 Metern zu Häusern, könnten jährlich 21 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen, womit 6000 Drei-Personen-Haushalte versorgt werden könnten. Zum Vergleich: In der VG Thalfang leben 7300 Einwohner.
Zu dem von Projektleiterin Martina Franz im Haus der Begegnung in Deuselbach vorgestellten Konzept hatten die Räte nur wenige Fragen. Der Thalfanger Michael Klee wollte mit Hinweis auf Schwarzstorch- und Rotmilan-Vorkommen wissen, welche "K.o.-Kriterien" es gibt. Thomas Treiling von Abo-Wind verwies auf Vorabprüfungen und erklärte, dass Populationen oder Nester nicht zwangsläufig Baupläne verhindern. In solchen Fällen gelte es viele Dinge, wie etwa die Nutzung nachgewiesener Horste, zu berücksichtigen. Andererseits müssten unter Umständen Schutzradien von bis zu 1500 Metern eingehalten werden.
Lothar Manz, Deuselbach, wies auf das zwischen zwei Anlagen gelegene Fluggelände des örtlichen Modellsportclubs hin. Es könne aber möglicherweise verlegt werden. Zur vorgesehenen Stromeinspeisung erklärte Treiling, dass die Kapazitäten des Thalfanger Umspannwerks nicht für alle noch geplanten Windkraftanlagen ausreichten. Daher spiele das neue Werk in Morbach eine entscheidende Rolle.
Extra

Abo-Wind ist in der VG Thalfang derzeit praktisch der einzige Betreiber und Planer von Windrädern. Die Firma plant, finanziert und baut seit 1996 Windparks wie den in Berglicht, um den seit 2002 weitere Anlagen errichtet wurden. Insgesamt drehen sich bereits 15 Anlagen: 14 von Abo-Wind für Berglicht (7), Heidenburg (3), Talling (2), Breit (1), Büdlich (1) sowie eine ältere private in Heidenburg. Für 21 weitere hat Abo-Wind bei der Kreisverwaltung Baugenehmigungen beantragt. Ans Netz gehen könnten 2015 Räder in Berglicht (2) und Talling/Lückenburg/Neunkirchen (2) sowie 2016 in Horath (9, davon eins im Staatswald) und in Breit/Büdlich/Heidenburg/Schönberg (8). Weitere Anlagen sind in Planung. Neben Thalfang/Deuselbach in Büdlich, Merschbach, Horath/Morbach und im Haardtwald. urs