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Zwei Solarparks weniger in Wittlich-Land - Verbandsgemeinderat lehnt Projekte in Sehlem und Hetzerath ab

Zwei Solarparks weniger in Wittlich-Land - Verbandsgemeinderat lehnt Projekte in Sehlem und Hetzerath ab

Der Bau von Solarparks auf Freiflächen in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land bleibt weiter umstritten. Der VG-Rat hat jetzt über entsprechende Anträge von fünf Ortsgemeinden beraten. Zwei Projekte - in Sehlem sowie eine Teilfläche in Hetzerath - können nicht realisiert werden. Diese hat der Rat abgelehnt.

Wittlich-Land. Bereits auf der Sitzung am 17. März hatte der VG-Rat Wittlich-Land kontrovers über den Sinn von Photovoltaik-Freiflächenanlagen debattiert. Die Gegner monierten vor allem, dass durch große Solarparks wertvolle landwirtschaftliche Flächen zugebaut werden. Seinerzeit hatte der Rat beschlossen, zunächst die Stellungnahmen von Fachbehörden - unter anderem der Landwirtschaftskammer - einzuholen.
Das Ergebnis: Die Landwirtschaftskammer lehnt alle geplanten Solarparks in der VG Wittlich-Land ab - mit Ausnahme einer Teilfläche in Hetzerath. Begründung: Bei den Flächen handele es sich um ertragreiche, schützenswerte Böden, die der Landwirtschaft vorbehalten bleiben müssten.
Der Ausschuss für Bauen und Energie der Verbandsgemeinde hat sich allerdings den Argumenten der bäuerlichen Berufsvertretung nicht angeschlossen und dem VG-Rat empfohlen, für die Fortführung des Planverfahrens zu stimmen, also für die Solarparks zu votieren. Neben rein landwirtschaftlichen Aspekten müssten weitere Gesichtspunkte bei einer Entscheidung pro oder contra Solarparks berücksichtigt werden. Dazu gehörten unter anderem die wirtschaftlichen Vorteile einer Gemeinde, wenn diese sich zum Beispiel an einem solchen Projekt beteilige. Wichtig sei auch die Akzeptanz der Bürger vor Ort und die Meinung der Eigentümer der Flächen."Reine Geldmaschinen"


Die Abstimmung nach einer kontroversen Debatte im Einzelnen: Projekt Hasborn (15 Hektar): Der VG-Rat ist dafür. Projekt Esch (3,8 Hektar): Der VG-Rat ist dafür. Projekt Salmtal (8,2 Hektar): Der VG-Rat ist dafür. Projekt Sehlem (11,5 Hektar): Der VG lehnt das Projekt ab. Projekt Hetzerath, Teilfläche A, ehemalige Kiesgrube (6,7 Hektar): Der VG-Rat ist dafür. Projekt Hetzerath, Teilfläche B (5,6 Hektar): Der VG-Rat ist dagegen.
Besonders kritisch zu Photovoltaik-Freiflächenanlagen äußerte sich Rita Wagner (FDP). Wagner: "Auf guten Böden haben solche Anlagen nichts zu suchen. Bei all den Projekten geht es auch um Fördermittel, die von Investoren abgegriffen werden."
Auch der Ortsbürgermeister von Heidweiler, Hans-Josef Götten, sieht die Stromerzeugung durch große Solar-Freiflächenanlagen sehr kritisch. Solche Solarparks seien "reine Geldmaschinen". Der Strom könne nur tagsüber erzeugt werden, und er sei nicht speicherbar.
Manfred Hower (FWG) sagte: "Der Flächenverbrauch ist kritisch zu sehen, aber die Atomkraft ist auch keine Alternative."
Franz Josef Krumeich (CDU) sprach sich grundsätzlich für Solarparks aus. Durch die geplanten Anlagen würde sich die landwirtschaftliche Nutzfläche in der VG Wittlich-Land lediglich um 0,4 Prozent verringern. Krumeich: "Wir wollen keinen Atomstrom und die fossilen Energieträger sind begrenzt."
In der VG Wittlich-Land sind derzeit fünf große Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Betrieb. Sie beanspruchen insgesamt eine Fläche von 70 Hektar.