Zwei Spender in einem Zimmer

Zufälle gibt’s: Zwei Polizeibeamte von der Hochschule der Polizei haben sich rein zufällig in einem Kölner Krankenhaus getroffen. Polizeikommissaranwärter Johannes Feigk spendete einem einjährigen Jungen aus Italien Knochenmark, Polizeikommissar Helge Hermann einem dreijährigen Mädchen aus den USA.

Lautzenhausen/Köln. "Es ist schon ein überwältigendes Gefühl, einem schwerkranken Kind eine zweite Chance geben zu können”, so das Fazit der beiden Polizeibeamten. Johannes Feigk, zurzeit im Bachelorstudiengang an der Hochschule der Polizei am Campus Hahn staunte nicht schlecht, als sich in der MediaPark Klinik in Köln sein Zimmernachbar vorstellte. Es war Polizeikommissar Helge Hermann, der im April erfolgreich sein Polizeistudium am Hahn beendete. Schnell kamen die beiden ins Gespräch und es war klar, dass die Spende für beide eine Selbstverständlichkeit darstellte. "Wenn wir einem anderen Menschen helfen können, dann machen wir das; trotz gewissen Risiken und Schmerzen, die eine Operation zur Folge haben könnte."
Beide hatten sich an der Hochschule der Polizei im Rahmen einer Typisierungsaktion, die regelmäßig am Campus Hahn durchgeführt wird, typisieren lassen. Mitte des Jahres erhielt Polizeikommissaranwärter Feigk nun die Information, dass er als Spender in Frage käme.
Am Anfang Verunsicherung


"Eine Frau eröffnete mir am Telefon, dass ich tatsächlich der geeignete Spender für einen Blutkrebspatienten sei und mittels "traditionellem" Spendeverfahren spenden solle", erinnert sich Feigk. Trotz Verunsicherung am Anfang stimmte er gleich der Knochenmarkspende zu. Denn: "Schließlich geht es ja hier um ein Menschenleben."
Bereits wenige Tage später kam die Einladung zur Voruntersuchung in Köln und dann wurde der Termin festgelegt. Zu meiner großen Überraschung: "Er fiel genau auf meinen Geburtstag. Aber egal, feiern kann man auch später."
Alles verlief gut, die Operation unter Vollnarkose dauerte etwa 20 Minuten. In der Folge wurden sie vom Klinikpersonal bestens verpflegt und versorgt.
Schmerzmittel lehnten beide ab, da die Schmerzen erträglich waren. Wir waren uns sogar einig: "Das Entfernen des Venenzugangs tat mehr weh, als die Schmerzen nach der Operation. Aus diesem Grund möchten wir alle dazu ermutigen, sich registrieren zu lassen. Je mehr sich registrieren lassen, desto größer die Chance Leben zu retten." red