Zwei Stunden sind nicht genug

Gerade einmal sieben Wochen ist das neue Parkkonzept in Wittlichs Innenstadt gültig. Nun regt sich auch von Seiten der Geschäftsleute Widerstand. Sie befürchten Umsatzeinbußen und fordern einige Änderungen der Regelung.

Wittlich. Wer am späten Vormittag sein Auto auf dem Rommelsbachparkplatz abstellen und länger in der Stadt Wittlich bleiben möchte, muss öfter mal eine Ehrenrunde drehen. Gerade die hinteren Reihen, in denen unbegrenzt und kostenlos geparkt werden kann, sind meist gut gefüllt. Im vorderen Bereich - dort ist die Parkzeit seit der Einführung der neuen Regelung (siehe Extra) auf zwei Stunden begrenzt - gibt es dagegen genügend freie Flächen. Bei den Geschäftsleuten kommen die Neuerungen nicht gut an. Sie haben negative Auswirkungen bemerkt. "Das Konzept funktioniert nicht", sagt Michael Groth, Vorsitzender des Vereins Stadtmarketing Wittlich. Viele Mitarbeiter von Verwaltungen und Geschäften würden in den Wohnstraßen, auf den Rommelsbachparkplatz oder auf Firmenparkplätze wie etwa des DM-Markts ausweichen. "Wenn wir morgens das Geschäft aufmachen, stehen schon Autos auf dem Parkplatz", beobachtet DM-Marktleiterin Stefanie Heinz-Mittler seit Oktober. Diese belegten oft den ganzen Tag die Fläche. Auch Besucher des Eventums nutzen ihre kostenfreie Stellplätze. "Unsere Kunden beschweren sich, dass sie ihr Fahrzeug bei uns nicht abstellen können."
Keine Zeit zum Anprobieren


Viele Dauerparker, die ein Monatsticket für Kurfürsten- oder Viehmarktplatz besitzen, stellten ihr Auto stadtnah ab, hat Groth bemerkt. Diese Flächen fielen für die Kunden weg. Wieviele Autofahrer ein Monatsticket besitzen, teilt die Stadtverwaltung mit Hinweis auf die sechsmonatige Testphase nicht mit. Groth höre nun häufig von Kunden: "Dann fahre ich gleich zum Bungert, da kostet es nichts und ich kann direkt ans Geschäft fahren."
Ingrid Schmidt von der Boutique Nanu am Platz an der Lieser, bemängelt die Beschränkung der Parkdauer auf zwei Stunden auf dem Parkplatz Rommelsbach. Die Stadtbesucher könnten nicht in Ruhe beim Friseur sitzen, einen Kaffee trinken oder einen Pullover kaufen - und sie ärgerten sich darüber. "Zu uns kommen Kunden, die sagen, ich kann jetzt nichts anprobieren, ich muss zu meinem Auto, die Parkzeit ist abgelaufen." Einige Kaufleute klagen, so Groth, sogar über Umsatzeinbußen. mehi