Zwei Wochen Urlaub

WITTLICH. Die Betreuung eines geistig behinderten Kindes fordert den Eltern einiges ab. In der Einrichtung Maria Grünewald für Menschen mit geistiger Behinderung gibt es die Möglichkeit zu einer Kurzzeitpflege.

Die Gründe, einen jungen Menschen mit Behinderung in eine Kurzzeit-Betreuung zu geben sind vielfältig. Manchmal sind es schwierige familiäre Umstände, Krankheiten oder Kuren von Angehörigen oder aber auch weil die Pflegepersonen einmal Urlaub machen möchten.Auch in diesen Sommerferien gab es wieder zwei Gruppen, in denen insgesamt 40 Kinder und Jugendliche zwei oder drei Wochen betreut wurden. "Wir unternehmen viel", erzählt Udo Schultheiß, Diplom-Psychologe in der Einrichtung Maria Grünewald und zuständig für die Pflege. Fahrten in die Stadt, zum Lott-Festival, zur Viezmühle oder in den Tierpark sind nur einige der Angebote, die für die Schützlinge offen stehen.Dabei gibt es eine Gruppe mit Jugendlichen, die auch körperliche Behinderungen haben und teilweise auf den Rollstuhl angewiesen sind. Bei dieser Gruppe sind die Freizeitbeschäftigungen etwas begrenzt.Tränen zum Abschied

"Manche kommen schon seit vielen Jahren", erzählt Schultheiß. Viele Kinder kennen sich daher auch schon gut. Dabei sei der Aufenthalt nicht nur für die Angehörigen eine Entlastung, auch die Betroffenen selbst könnten von den neuen Anregungen profitieren. Doch nicht immer geht die Aufnahme in die Kurzzeitpflege problemlos über die Bühne. "Manchmal fließen auch Tränen. Allerdings nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Eltern", sagt Schultheiß. Aber bei den vielen Unternehmungen sei das Heimweh schnell vergessen. Manche Kinder werden irgendwann nach einer Kurzzeitbetreuung ganz aufgenommen, obwohl die zwei oder drei Wochen in der Einrichtung eigentlich dazu dienen, eine Heimaufnahme hinauszuzögern.Betreut werden die Feriengäste von Heilerziehungspflegern und Erziehern aus dem Haus. Hinzu kommen noch Praktikanten und erfahrene Aushilfen, die die Kurzzeitpflege schon seit Jahren begleiten. Kosten kommen bei diesem Ferienaufenthalt auf die Eltern nicht zu. Finanziert werden die zwei bis drei Wochen über die Eingliederungshilfe sowie über die Krankenversicherung oder die Pflegeversicherung.Infos erteilt Udo Schultheiß, Telefon 06571/695118.