Kommunalpolitik Der Jugendraum für Wehlen rückt näher

Bernkastel-Kues · Der Stadtrat Bernkastel-Kues hat über den zweiten Bauabschnitt der Turnhalle Wehlen debattiert – ein Vorhaben in Millionenhöhe. Auch der Hochwasserschutz war ein Thema.

In Bernkastel-Kues rücken weitere Investitionsvorhaben ein Stückchen näher. Der Stadtrat befasste sich in der Güterhalle mit Vorhaben in Millionenhöhe.

Im Stadtteil Wehlen steht die 1912 erbaute Turnhalle nach der im vergangenen Jahr abgeschlossenen Sanierung vor der Erweiterung.  Im zweiten Bauabschnitt könnten im Erdgeschoss neben Umkleide- und Toilettenräumen ein Jugendraum entstehen. Für einen solchen haben die Jugendlichen des Stadtteils im Frühjahr Unterschriften gesammelt. Auf 1,35 Millionen Euro bezifferte Architekt René Simon das Volumen. 800 000 Euro wurden laut des Bernkastel-Kueser Stadtbürgermeisters Wolfgang Port bereits in der ersten Bauphase investiert.

Im Endausbau wäre die Turnhalle auch als Veranstaltungsraum mit mehr als 100 Sitzplätzen nutzbar, und der Jugendraum bekäme einen separaten Eingang. Nur mit Umkleideräumen, „das heißt so, dass die Turnhalle funktionsfähig ist“, würde es laut Simon 600 000 Euro kosten.

Für die CDU brachte deren Sprecher Marc Spaniol zur Gegenfinanzierung den Verkauf des Hauses Kaspari auf dem freien Markt ins Gespräch: „Aber erst nach Fertigstellung der Turnhalle, damit es ohne Unterbrechung einen Bürgerraum gibt.“

Nach Zuschüssen aus dem Investitionsstock Rheinland-Pfalz oder einem anderen Förderprogramm, müsste die Stadt Bernkastel-Kues noch etwa 30 Prozent der Kosten tragen. Das Haus Kaspari wurde 2011 für 230 000 Euro saniert. Mit fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung beschloss der Stadtrat einen Förderantrag zu stellen.

Einstimmigkeit herrschte dagegen darüber, dass Langzeitferiengäste vom Gästebeitrag befreit werden sollen und über die Änderung des Flächennutzungsplans im Stadtteil Andel. Darin ist der alte Sportplatz als Gewerbegebiet ausgewiesen. Die Andeler möchten aber Ersatz. „Gegenüber der Turnhalle auf dem Tunnelaushub ist eine Fläche, um gegebenenfalls eine Kindertagesstätte und einen kleinen Sportplatz zu bauen. Da wo bisher der Skaterpark vorgesehen war, wollen wir eine Gemeindebedarfsfläche ausweisen“, erklärt Port. Am 24. Oktober spricht auch der Andeler Ortsbeirat über das Thema.

Investitionen in den Hochwasserschutz werden in Zukunft wohl auch nötig. Um einen Überblick zu erhalten, beschloss der Stadtrat die Erstellung eines Starkregen- und Hochwasservorsorgekonzepts. Darin wird auf Wunsch von Eric Achtermann (FDP) explizit auch das Kueser Plateau erwähnt. Vor hohen Wasserständen der Mosel müssen die Plateaubewohner zwar keine Angst haben, aber vor allem die einzige Zufahrtsstraße ist von Starkregen betroffen.