Zweiter Bewerber ist da

NEUMAGEN-DHRON. Klaus Filz hat eine anstrengende Tour vor sich. Wenn er bei der Bürgermeisterwahl in der Verbandsgemeinde Neumagen-Dhron eine Chance haben will, muss er möglichst alle Haushalte aufsuchen.

"Gesucht wird eine engagierte, zielstrebige, verantwortungsbewusste und entscheidungsfreudige Persönlichkeit, die befähigt ist, mit dem Verbandsgemeinderat und seinen Ausschüssen sowie den Ortsgemeinden vertrauensvoll zusammen zu arbeiten, den Kontakt zur Bevölkerung und zur heimischen Wirtschaft zu pflegen und die Verwaltung bürgernah, wirtschaftlich und leistungsorientiert zu führen." Ein langer Satz, gleichzeitig aber der wichtigste in der Stellenausschreibung für das Amt des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Neumagen-Dhron. Ausschreibungen dieser Art klingen immer ähnlich, in diesem Falle hat sie nach der Abwahl von Hans Werner Schmitt aber eine besondere Bedeutung. Nach Karl-Josef Gilles (der TV berichtete) fühlt sich mit Klaus Filz die nächste Person befähigt, bei der Wahl am 1. April anzutreten. Der 51-Jährige stammt aus Osann-Monzel, wohnt in Prüm und arbeitet in Köln. Er verfügt zwar über keine kommunalpolitische Erfahrung und gehört auch keiner Partei an, glaubt aber, die Anforderungen erfüllen zu können. "Dieses Amt ist eine Herausforderung", sagt er mehrfach. Dass er kommunalpolitisch noch nicht aktiv war, sieht er als Vorteil. So könne er unvoreingenommen und unbelastet an die Sache herangehen. Dass Neumagen-Dhron nicht weit von seinem Heimatort Osann-Monzel liegt, tut ein Übriges. "Es zieht mich immer wieder hierher. Ich bin hier immer noch zuhause", sagt er. Filz ist Diplom-Betriebswirt und Bilanzbuchhalter. Derzeit ist er bei einer Kölner Marketing- und Vertriebsgesellschaft mit zirka 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für das Rechnungswesen zuständig. Diese Tätigkeit komme den Tätigkeitsfeldern in einer Verwaltung sehr nahe, sagt er. Sollte er gewählt werden, möchte er erst einmal "Ruhe und Stabilität" in die VG Neumagen-Dhron bringen. Dann will er daran gehen, die Verbandsgemeinde zu vermarkten. "Da könnte man noch mehr draus machen", glaubt er. Den Sorgen und Wünschen der rund 6500 Bürgerinnen und Bürger möchte er mit einer regelmäßigen Sprechstunde Rechnung tragen. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg. Filz geht derzeit davon aus, dass er als Einzelbewerber antritt, also ohne Unterstützung einer Partei oder Fraktion. Er strebt allerdings noch ein Gespräch mit der SPD an. "Was Kurt Beck macht, finde ich gut", erläutert er.Vier bis fünf Wochen auf Wahlkampftour

Dass er als Einzelbewerber eine "Ochsentour" auf sich nehmen muss, weiß er. Vier bis fünf Wochen werde er wohl unterwegs sein müssen, um möglichst alle der zirka 2200 Haushalte zu erreichen. Wobei diese Besuche vornehmlich abends und am Wochenende über die Bühne gehen werden. "Ich glaube, dass ich auf Leute zugehen kann", sagt er. Einen Kostenvoranschlag für Plakate hat er sich bereits machen lassen. Tritt er als Einzelbewerber an, braucht er zudem 50 Unterstützungsunterschriften von Wahlberechtigten aus der VG Neumagen-Dhron. Die müssen der Verwaltung bis zum 19. Februar vorliegen. Die Bewerbungen der Kandidaten müssen bis zum 5. Februar bei der Verwaltung eingehen.