Zwischen hautnah und Haut ab

Morbach (red) Um Beziehungen und Beziehungslosigkeit geht es am Wochenende, 3. bis 5. November, bei der Veranstaltung Kunst im Gewächshaus des gleichnamigen Vereins in Morbach. Die Künstlerinnen Mavi Garcia aus Aachen und Kerstin Arnold aus Saarbrücken interpretieren den Titel der Veranstaltung "beziehungsLos" per Installationen, Objekten, Gemälde und Fotos auf vielfache Art und Weise.


Dabei erleben die Besucher bei der Vernissage in der Gärtnerei Berg (an der B 269 Richtung Birkenfeld) eine Premiere: Erstmals zeigt Mavi Garcia ihre Performance Etymologica: Zwei Personen stehen durch eine Glasscheibe in Verbindung, aber sie sehen sich nicht so, wie sie tatsächlich sind.
Wer denkt dabei nicht spontan an moderne Kommunikation und soziale Medien? Die geschilderte Performance behandelt dabei nur eine Facette des Titels der Veranstaltung. Eine der Installationen der Autodidaktin, die an dem Wochenende gezeigt werden, heißt "Haut ab" und zeigt eine abgestreifte Haut, in einen Schrank gehängt. Auch in diesem Kunstwerk geht es um das Thema Beziehung. Aber mehr wird an dieser Stelle nicht verraten. Schließlich sagt die gebürtige Spanierin: "Ich will nichts machen, was schon vorgekaut ist - kauen muss der Betrachter selbst." Die Vernissage wird begleitet von der Band Gatos Coloraos. Mit den Installationen bewegt sich die Truppe um Heiner Berg zwar im ungewohnten Terrain, das aber sei gewollt: "Wir wollen unseren Besuchern immer wieder etwas Neues bieten ", sagt der erste Vorsitzende dem TV. Hinzu kommen die großformatigen Gemälde von Kerstin Arnold, mit denen sich die Betrachter auseinandersetzen können. Typisch für den Stil der gelernten technischen Zeichnerin sind Bilder wie dieses: Zwei junge Frauen sitzen Rücken an Rücken. Die eine liest in einem Buch, die andere schaut auf ihr Handy. Sie berühren sich körperlich, quasi hautnah, sind allerdings mental meilenweit voneinander entfernt. Arnolds Bilder sind plakativ, dynamisch sowie ausdrucksstark. Sie erinnern ein wenig an Pop Art.
Auch musikalisch wird das Thema aufgegriffen. Doch interpretiert das Weltmusik-Quartett 8Ohren das Thema Beziehungen bei seinem Auftritt am Samstag, 4. November, 20 Uhr, ganz anders. Die vier Musikerinnen aus dem hessischen Lauterbach stellen viele musikalische Bezüge zwischen Europa, dem Orient, Afrika und Südamerika her.
Sie lassen sich von Ohrwürmern aus den verschiedenen Kulturen inspirieren, spielen nuancierte Stücke und groovige Tanzmusik. Das 8Ohren-Quartett besteht aus Julia Ballin (Saxofon und Geige), Anka Hirsch (Cello, E-Cello und Akkordeon), Sandra Elischer (Perkussion) und Maria Schmitt (Kontrabass).
Die Eintrittskarten kosten zwölf Euro im Vorverkauf, 14 an der Abendkasse. Karten gibt es bei der Gärtnerei Berg, im Rewe-Markt Morbach und bei der Tourist-Information Morbach.
Am Samstag gibt es ab 15 Uhr Kunst und Kuchen, am Sonntag Kunst und Frühstück bis 13 Uhr, begleitet von Kristina Malburg am Saxofon. Um 13 Uhr geht es mit Kunst und Kuchen weiter. Ab 14 Uhr bietet Sandra Welsch mit ihrem Kreativen Grünen Koffer einen Kunstworkshop für Kinder. Das Frühstück am Sonntag kostet elf Euro im Vorverkauf. Der Eintritt für alle anderen Veranstaltungen ist frei.