Zwischen Hoffen und Bangen

In diesen Zeiten ist es sicher kein Vergnügen, SPD-Vorsitzender zu sein - sei es in einem Ortsverein oder einer Kreispartei. Die Genossen werden von den Wählern für Reformen der Bundesregierung abgestraft, die im Grunde die meisten für richtig halten und unter einer CDU-Regierung sicher noch drastischer ausfallen würden. Das ist schon frustrierend. Mit Bangen schaut die SPD daher auf die Kommunalwahlen im Juni. Spielte die SPD bislang im Kreistag, in den Verbandsgemeinde- und Stadträten schon ohnehin kaum eine Rolle, könnte es in zwölf Wochen zu einem Desaster kommen. Könnte... Der Hoffnungsschimmer für die Genossen: Die Stimmung scheint sich zaghaft aufzuhellen, und die SPD könnte von einer zu selbstsicheren CDU profitieren, die seit Jahrzehnten den Kreis politisch dominiert und gelegentlich etwas hochmütig durchblicken lässt, dass man mit der SPD eigentlich nur Mitleid haben könne. Dem Wähler, vor allem dem unentschiedenen, gefällt das nicht. Der Wähler belohnt nicht gerne, er bestraft lieber, am liebsten die Regierenden. In Berlin und Mainz regiert die SPD, im Kreis die CDU. Wie groß ist der bundespolitische Einfluss auf die Kommunalwahl? So genau weiß das niemand. Die Kreis-SPD kann nur hoffen, dass er möglichst gering ist. w.simon@volksfreund.de