Zwischen Naturimpressionen und Now or never
Morbach · Bei seiner diesjährigen Ausstellung hat der Morbacher Verein Kunst im Gewächshaus erneut den Spagat zwischen Kunst und Konzert gewagt. Den zahlreichen Besuchern hat der Mix aus Bildern, Skulpturen und Musik gefallen.
Morbach. Dass Kunst auch die Menschen auf dem Land interessiert, hat der Morbacher Verein Kunst im Gewächshaus bei seiner jüngsten Veranstaltung unter Beweis gestellt. Insgesamt rund 500 Menschen haben die dreitägige Kunstausstellung besucht. In diesem Jahr hatte der Verein zwei Künstler eingeladen: den Aachener Kai Savelsberg, dessen grau-grüne und schwarz-weiße Naturimpressionen und Porträts auf einige Zuschauer etwas melancholisch gewirkt haben, und den Trierer Stephan Philipps, dessen absurde Inszenierungen rund um das Thema Huhn manchen Zuschauer schmunzeln ließen und bei vielen Betrachtern über die ganze Veranstaltung hinweg für Gesprächsstoff gesorgt haben.
"So etwas habe ich noch nie gesehen", sagt Karin Martini aus Kommen. Sie findet die Figuren von Philipps sehr interessant. Martina Finkler aus Wadrill hat sich intensiv mit den Bildern von Savelsberg auseinandergesetzt, die dieser auf Leinwand oder auf überzogenen Holzpaletten aufgebracht hat. "Einige gefallen mir sehr gut, andere haben eine etwas düstere Stimmung", sagt sie. Die tiefsinnigen Texte, die Savelsberg zu jedem seiner Bilder hinzugefügt hat, lassen sie viel nachdenken.
Melancholisch und absurd
Den musikalischen Part in der Gärtnerei Berg hat in diesem Jahr Steven Pitman übernommen, der mit seiner Haartolle das perfekte Elvis-Presley-Double darstellt und mit seinem fast dreistündigen Programm mit Liedern des King of Rock\'n\'Roll die Zuschauer begeistert. Love me Tender, It\'s Now or never, Jailhouse Rock, Flaming Star oder In the Getto: Er stimmt jeden der großen Elvis-Hits an. Renate Tresch aus Hundheim freut sich über den tollen Abend: "Wenn ich die Augen zumache denke ich, da singt der echte Elvis."
Seit 16 Jahren gibt es Kunst im Gewächshaus, sagt Vereinsvorsitzender Heiner Berg. Vor vier Jahren hat ein neues Team die Organisation übernommen. "Wir haben sehr viele Stammgäste, die jedes Jahr kommen", sagt er. Für ihn ist das ein Zeichen dafür, dass Kunst auch auf dem Lande viele Menschen anzieht. red