Zwischen Tipi und Saloon

Es gibt unzählige Westernfilme, die meisten davon haben aber mit der Realität nichts zu tun. Das sagen auf jeden Fall die Mitglieder des Westernclubs Thiergarten, die sich intensiv mit der Geschichte Amerikas auseinandersetzen. Am kommenden Samstag, 19. Juli, laden sie ein zum Westernfest auf die Longhornranch.

Malborn-Thiergarten. Helmut Bier ist gerade dabei, sich in seinem Tipi häuslich einzurichten. "Das ist viel besser als ein modernes Zelt" schwärmt er.
Dieter Kronenburger und Klaus Peter Leinen bevorzugen dagegen ein festes Dach über dem Kopf. Sie haben sich im Saloon zusammengefunden zu ihrem wöchentlichen Treffen.
Stiefel, karierte Hosen, Hemd und Weste verraten, dass sie rein kleidungstechnisch eine Zeitreise ins 19. Jahrhundert gemacht haben. Als Vertreter der Cowboys sind sie variabel in ihrer Kleidung. "Nicht jeder hatte Geld für einen Hut, einen schweren Gürtel oder für Stiefel", erzählen sie.
Den Vereinsmitgliedern geht es darum, die Geschichte aus dem Wilden Westen so zu erzählen, wie sie wirklich war. Von den üblichen Westernfilmen halten sie wenig. Einzig Kevin Costners Werk "Der mit dem Wolf tanzt", findet ihre Zustimmung, weil er die Indianer realistischer darstellt.
Helmut Bier hat sich mittlerweile in einen amerikanischen Ureinwohner verwandelt. Er trägt eine Irokesenperücke. Seine Kleidung ist aufwendig mit Perlen bestickt. "Das habe ich alles selbst gemacht", sagt er.
Zweimal im Jahr veranstalten die 14 Mitglieder des einzigen eingetragenen Westernclubs aus dem Regierungsbezirk Trier ein Lager, bei dem das Leben im Wilden Westen noch genauer nachgestellt wird. Dann wird die moderne Technik ganz aus dem Leben verbannt. Der Elektroherd bleibt aus, das Geschirr wird mit der Hand gespült, Smartphones sind tabu.
Gegründet wurde der Club vor 31 Jahren. Seitdem laden Cowboys und Indianer jährlich zum Westernfest ein. In diesem Jahr beginnt um 17 Uhr ein Rancher-Dreikampf der Vereine. Ab 20 wird Countrymusik gespielt. noj