Zwölf Uhr Mittags in Wittlich
Vor dem Fitnessstudio Mega Fit sind einige Autos abgestellt. Im Inneren mühen sich eine Handvoll Gäste an Laufbändern, Bein- und Armpressen ab.
Es ist angenehm kühl, der Schweiß rinnt dennoch allen die Stirn hinab. Einer von ihnen ist Jörg Schieben aus Landscheid, der sein Training kurz unterbricht. Für den 47-jährigen Erzieher ist Zeit ein wertvolles Gut. Nachmittags und abends arbeitet er in einem Internat, morgens sind die eigenen Kinder an der Reihe. Da bleibt mittags nur ein kleines Zeitfenster, um den eigenen Körper in Form zu halten - und das macht der Erzieher zurzeit in einem Fitnessstudio. Zum einen, weil das Studio bereits um 6 Uhr öffnet, was ihm eine flexible Zeiteinteilung ermöglicht, und zum anderen, weil sich für Schieben auch keine wirkliche Alternative bietet: "Das Schwimmbad ist mittags immer schon proppenvoll", sagt er. Das habe er öfter versucht. Dort einen Parkplatz zu finden, sei manchmal nahezu unmöglich. Vereinsleben funktioniert für Schieben auch nicht. Regelmäßig Termine wahrzunehmen, die üblicherweise abends sind, ist aufgrund der Arbeitszeiten nicht machbar für ihn. Licht und Schatten wechseln sich für Schieben bei Trainingsangeboten in der Natur ab. Zwar gebe es einen Trimm-dich-Pfad, den er häufiger nutzt. "Der Pfad ist gut, er könnte allerdings etwas gepflegter sein", wünscht er sich. Trainingsgeräte seien ausreichend vorhanden: "Die uralten Holzteile werden aber immer nur notdürftig repariert, anstatt etwas Neues anzuschaffen." sek In dieser Rubrik wird einmal die Woche die Stimmung in der Stadt eingefangen. Wir stehen um 12 Uhr an einem belebten Platz, beobachten und fragen nach, was Wittlicher sich für ihre Stadt wünschen.