Zwölf Uhr Mittags in Wittlich
Michaela Lames mag es gerne kompliziert - und da kommen ihr die Wittlicher gerade recht. "Die sind schon speziell", sagt sie.
Damit meint die aus der Gegend um Neumagen-Dhron stammende Gastwirtin die Eigensinnigkeit, die sie bei vielen Wittlichern festgestellt habe. Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, ist das für die 50-Jährige mit ihren auffälligen Tattoos aber nicht: "Ich mag gerade diese Herausforderung." Dass sie sich Aufgaben gerne mutig gegenüberstellt, zeigt schon ihr Hang zum Nervenkitzel. Schlitten und Autos gehören für sie fest zusammen. "Wir haben immer vier oder fünf Schlitten hinter ein Auto gebunden und sind dann losgefahren", erzählt sie. Das gehe heute leider nicht mehr in Wittlich: "Zu wenig Schnee." In der Säubrennerstadt wohnt Michaela Lames nun seit drei Jahren - in einer wunderschönen Wohnung mit Balkon und Kamin, und das mitten in der Fußgängerzone, wie sie sagt. Wenn sie einen Wunsch frei hätte, würde sie sich mehr Freizeitangebote für Wittlich wünschen. Ein Bowlingcenter, ein Sportzentrum oder auch mal etwas für die Kinder. Da habe Wittlich Nachholbedarf. Den Stadtpark schätzt sie hingegen sehr: "Der ist wirklich toll." Was Michaela Lames hingegen gar nicht gefällt, sind die Leerstände in der Innenstadt. Besonders Lebensmittelgeschäft und Metzgereien vermisst sie: "Davon hat es mit der Zeit immer weniger hier gegeben." Verstärkt wird das ihrer Meinung nach noch durch große Einkaufszentren. "Die Läden würde ich lieber wieder einzeln in der Fußgängerzone sehen." sek In dieser Rubrik wird einmal in der Woche die Stimmung in der Stadt eingefangen. Wir stehen um 12 Uhr an einem belebten Platz, beobachten und fragen nach, was Wittlicher sich für ihre Stadt wünschen.