Zwölf Uhr Mittags in Wittlich

Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt ist eine Serie in der Wochenzeitung Zeit. Dort philosophiert der Altkanzler über die Weltpolitik, während er kräftig am Klimmstängel zieht.

Das hat Stil, ist aber ziemlich ungesund. Egal. Denn auch andere Menschen frönen dem Beispiel von Helmut Schmidt. Wie Andreas Schneider, der ebenfalls nur Zeit für eine Zigarette hat, als ihn der TV am Donnerstag vor einem großen Einkaufsladen in Wittlich trifft. Um ihn herum essen die Leute Hamburger, er begnügt sich mit der Kippe. Anders als Schmidt spricht der 52-Jährige dabei zwar nicht über die Weltpolitik. Aber mit Beschallungsanlagen im Land kennt er sich bestens aus. Damit Ansagen zu hören sind, hat Schneider den Job, diese in Einkaufsläden einzubauen und zu reparieren. Wie an diesem Tag in einem großen Einkaufsgeschäft in Wittlich. 2007 installierte er dort die Anlage. Nun gab es eine Fehlermeldung. Zum Leidwesen von Schneider. Seine Firma sitzt in Thüringen. Nun steckt ihm eine 380-Kilometer-Fahrt in den Knochen. "Ursprünglich habe ich frei und wollte Holz für den Winter stapeln", sagt er. Auf der Autobahn ist Schneider häufig unterwegs. Wirklich viel sieht er von den Städten nicht. Auch in Wittlich kennt er nur die Geschäfte. "Da freue ich mich dann, wenn auf den Rohren der Anlagen regelmäßig Staub gewischt wird. Das macht die Arbeit leichter." Sagt es und verschwindet. Denn die Asche der Zigarette ist verglüht, er entsorgt sie - denn jetzt beginnt die Arbeit.flor In dieser Rubrik wird die Stimmung in der Stadt eingefangen. Wir stehen um 12 Uhr an einem belebten Platz, beobachten und fragen nach, was Wittlicher sich für ihre Stadt wünschen.