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Altersmedizin-Angebot im Bernkastel-Kueser Krankenhaus hilft Standort zu erhalten - 2016 kommen zwei Räume für Demenzkranke hinzu

Blick in einer der beiden Multifunktionsräume: Die Patienten werden umfassend betreut. TV-Foto: Klaus Kimmling
Blick in einer der beiden Multifunktionsräume: Die Patienten werden umfassend betreut. TV-Foto: Klaus Kimmling FOTO: Klaus Kimmling (m_mo )
Bernkastel-Kues. Zukunftsmedizin: So lässt sich umschreiben, was sich im Cusanus-Krankenhaus in Bernkastel-Kues entwickelt. Vor zehn Jahren sah das noch anders aus. Das interdisziplinäre Angebot für alte Menschen gibt es im Kreis nur dort.

Es ist nicht selbstverständlich, dass es in einem Kreis mit etwa 110 000 Einwohnern zwei Krankenhäuser gibt, selbst wenn sie einen Verbund bilden. In Bernkastel-Wittlich ist das mit den Standorten Wittlich und Bernkastel-Kues so. Und die Wahrscheinlichkeit, dass dies so bleibt, ist groß. Mit der offiziellen Einweihung der Akutgeriatrie (Altersmedizin) in Bernkastel-Kues ist dazu ein weiterer wichtiger Schritt gemacht worden. Ende Januar 2016 erfolgt mit dem ersten Spatenstich für den Neubau der Psychiatrie das vorläufige Sahnehäubchen.

Der Tag der offiziellen Einweihung der Station mit ihren 34 Betten ist ein Freudentag. Besonders aus den Worten von Dr. Günter Merschbächer, dem Geschäftsführer der Cusanus Trägergesellschaft Trier (ctt), wird die Tragweite für die Moselstadt klar. Er spricht von einer "schwierigen Zeit", als vor zehn Jahren die Hauptabteilung Chirurgie in Wittlich konzentriert wurde. In Bernkastel-Kues wird seither nur noch ambulant operiert. Da ging die Angst vor einem schleichenden Rückzug um.
Nun fällt der Begriff "Zukunft". Mit den Angeboten in den Bereichen Palliativmedizin, Psychosomatik, Geriatrie und Psychiatrie werde der Standort zukunftsweisend weiter entwickelt. Ulrike Schnell, die kaufmännische Direktorin, ist froh, dass der Klinikträger 950 000 Euro in die Hand genommen hat. "Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir investieren dürfen", sagt sie.

"Sie alle wollen alt werden", sagt Dr. Hans Wendtner, Vorsitzender der Hildegard-Stiftung. Die Geriatrie sei dazu geeignet "den Verlust der Selbstständigkeit herauszuschieben". In Bernkastel-Kues sei diese Abteilung schon allein deshalb gut angesiedelt, weil sich Nikolaus von Kues, Namensgeber des Krankenhauses schon im 15. Jahrhundert "eindrucksvoll und innovativ" für die Belange älterer Menschen eingesetzt habe.

Die Behandlung von älteren Menschen habe im Klinik alltag natürlich immer schon eine Rolle gespielt, berichtet Dr. Andreas Hufschmidt, der ärztliche Direktor des Verbundkrankenhauses. Die Besonderheit in Bernkastel-Kues: Die Patienten werden interdisziplinär behandelt - nicht nur von Ärzten verschiedener Fachrichtungen sondern auch von Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden und Sozialarbeitern. "Das ist ein einmaliges Angebot in der Region", sagt Hans Wendtner.

Oberarzt Volker Pickan sagt worum es bei dem Angebot für kranke Menschen ab etwa dem 70. Lebensjahr geht: "Um den Erhalt der Lebensqualität und darum ihnen ihr gewohntes Umfeld zu ermöglichen." Anfang 2016 werde das Angebot noch durch zwei Räume für unter Demenz leidende Menschen erweitert.
Einen Wunsch gibt Andreas Hufschmidt ihm und seinen Mitstreitern mit auf den Weg: "Ein liebevoller Umgang mit den Patienten ist wichtig."

In jedem Zimmer wird ein im Heiligen Land gefertigtes Holzkreuz hängen. Dechant Georg Moritz segnet sie, bevor sie ihren neuen Platz finden. Bereits vor der offiziellen Eröffnung sind 24 der 34 Betten belegt. cb