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An der CDU kommt niemand vorbei

Winfried Simon
Winfried Simon FOTO: Klaus Kimmling
Im Wahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück dominiert seit Bestehen der Bundesrepublik eine Partei: die CDU. Mal triumphiert sie - wie vor vier Jahren, als sie fast 50 Prozent der Stimmen holte, mal muss sie sich mit weniger Stimmen begnügen - wie diesmal. Winfried Simon

Entscheidend ist die Bundespolitik. Diesmal war es die rechte Flanke, die die CDU der AfD überlassen hat. Peter Bleser weiß das. Er wird auch nicht immer mit der Politik seiner Partei einverstanden gewesen sein. Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel übt er aber dennoch nicht.

Ob er noch mal Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium wird? Den Posten würde er gerne noch einmal übernehmen. Jetzt kommt es auf die Koalitionsverhandlungen und die Verteilung der Ämter an. Die SPD muss nach dieser krachenden Niederlage einen Neuanfang starten. Dieser Neuanfang wird bis hinunter in die Ortsvereine gehen.

Für eine Kandidatin im Wahlkreis könnte die Wahl 2017 der Sprung in die große Politik bedeuten. Karina Conrad (FDP), die auf der Landesliste ihrer Partei auf Platz vier steht, kann es schaffen. Sie muss warten, bis die Zahl der Überhang- und Ausgleichsmandate klar ist. Von Bickenbach im Hunsrück, wo die dreifache Mutter mit ihrem Mann einen Bauernhof führt, nach Berlin in den Bundestag - was für ein gewaltiger Schritt in ein anderes Leben.

Und die AfD? Im Wahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück liegt sie deutlich unter dem Bundesergebnis und ist hinter CDU, SPD und FDP "nur" viertstärkste Kraft. Schwach ist das Ergebnis der Grünen im Wahlkreis. Während sie im Bund über neun Prozent der Stimmen holen, kommen sie hier nur auf etwas über fünf Prozent. Ein schwacher Kandidat Ralf Kauer war im Wahlkampf auch kaum präsent.

Leicht verbessern von 4,8 auf nunmehr 6,1 Prozent kann sich Die Linke. Die Region zwischen Boppard, Cochem, Morbach und Bernkastel-Kues war nie links geprägt, wie auch die Ergebnisse von SPD und Grünen zeigen. w.simon@volksfreund.de