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Weinbau
Anstrengend, aber auch spannend

Erwachsene dürfen auch schon mal mit anpacken im Trarbacher Kinderwingert. So wie hier Manuel Stolte, der Alexander beim Binden hilft, während Leonhard das alleine macht.
Erwachsene dürfen auch schon mal mit anpacken im Trarbacher Kinderwingert. So wie hier Manuel Stolte, der Alexander beim Binden hilft, während Leonhard das alleine macht. FOTO: Ursula Schmieder
Traben-Trarbach. Das Traben-Trarbacher Kinderwingert-Projekt geht in die zweite Runde – und das mit beachtlichen zehn Teilnehmern.

Winzer sind es gewohnt, bei jeder Witterung in ihren Weinbergen zu arbeiten. Doch der jüngsten Grippewelle mussten sich auch die Initiatoren des Traben-Trarbacher Projektes Kinderwingert (Kiwi) beugen. Schließlich wollten die drei Kultur- und Weinbotschafter, die Winzer Peter Storck und Achim Ochs sowie Ulla Schnitzius, mit möglichst vielen Teilnehmern in die zweite Runde starten.

Und das ist nun, später als ursprünglich geplant, geglückt. Zehn Sechs- bis Zwölfjährige plus etliche Erwachsene machten sich mit ihnen auf den Weg zu einem Weinberg des Weingutes Friedrich Storck. Neben dem „Taubenhaus“ durfte sich jedes Kind „seine“ Patenschafts-Rebe aussuchen, die „Fruchtruten“ zurückschneiden und binden und den Rebstock mit einem Namenbändchen kennzeichnen.

Über das Jahr erleben die Kinder dann alle Arbeitsgänge im Jahresverlauf und wie aus kahlen, blühende Reben werden, an denen später Trauben reifen, die dann im Herbst gemeinsam gelesen und gekeltert werden.

Für Emilie (6) ist das nicht neu. Sie war schon bei der ersten Runde dabei, weil es „hier um Weinreben geht“. Wie Wein schmeckt, kann sie natürlich nicht beurteilen: „Aber ich trinke Traubensaft sehr gern.“ Auch Ben (9) weiß bereits einiges über die Arbeit eines Winzers, weil er schon mal bei der Ernte helfen konnte. Das sei zwar auch anstrengend, erzählt er. Doch dafür durfte er Trauben frisch vom Stock probieren.

Kiwi zielt laut Schnitzius darauf ab, „kindgerecht an die traditionelle Arbeit im Weinberg“ heran zu führen. Die Teilnehmer erlebten „hautnah die Entwicklung“ der Rebe und der Trauben. Den Winzern geht es darum, das über Generationen weitergegebene Wissen um Weinberge und den Weinbau bekannter zu machen. Er wolle Kindern ein „Gefühl für Natur“ und Spaß an der Natur vermitteln, erklärt Storck: „Wenn man das hier sieht, hat man ein ganz anderes Feeling dafür.“ Was ihn und Ochs darin bestärkt, ist die Begeisterung der Kinder, denen es sogar Spaß mache, die Erde locker zu hacken: „Das macht das Leben reicher – deren und unser Leben.“

 Manuel Stolte, einer der die Kinder begleitenden Erwachsenen, hält es für eine gute Idee, mit Kiwi „für das Echte zu sensibilisieren“. So könnten sie selbst erleben, „was für eine Arbeit in Trauben steckt“ und, dass die ganze Region vom Weinbau lebe.

Gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit gelte es, Kindern das zu vermitteln: „Das hier ist die eigentliche Playstation.“ Und auch Erwachsene lernen dazu. So verblüffte Julian Stolte, sein Bruder, indem er auf rings um die Rebstöcke wild wachsende Salatpflanzen aufmerksam machte. Als er selbst davon probierte, trauten sich dann auch einige Kinder.