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Auf zur Kindersitzung der Rot-Weißen

Wittlich kreiau, im Zeichen der Sau! Jürgen Lequen (links) initiierte die erste Kinderkappensitzung nach vielen Jahren, Günter Eller unterstützte ihn auf der ganzen Linie.Foto: Petra Geisbüsch
Wittlich kreiau, im Zeichen der Sau! Jürgen Lequen (links) initiierte die erste Kinderkappensitzung nach vielen Jahren, Günter Eller unterstützte ihn auf der ganzen Linie.Foto: Petra Geisbüsch
WITTLICH. (peg) Ohne Jugendarbeit gibt es keinen Nachwuchs. Diese Binsenweisheit hat Jürgen Lequen von der Schääl Saidt dazu veranlasst, endlich wieder eine Kinderkappensitzung ins Leben zu rufen. Mit Erfolg, wie ein Blick auf die Liste der Akteure beweist.

Es sind nicht die Tänzerinnen, die demnächst in Wittlichs Fastnacht fehlen werden. Es sind auch nicht die Sänger oder Sängerinnen. "Aber es fehlt fast komplett der Nachwuchs in der Bütt", bedauert Günter Eller, Vorsitzender der Narrenzunft Rot-Weiß, die im vergangenen November groß ihr 22-jähriges Bestehen feierte. Aus dieser Jahreszahl ließe sich ermessen, wie alt die Aktiven im Schnitt seien: Hervorgegangen aus einem Kreis von miteinander gut bekannten Leuten, die folglich auch ungefähr im gleichen Alter seien, könne man sich an seinen fünf Fingern anzählen, wann die mit ihren Auftritten aufhören, meint Eller. Die letzte Sitzung für Kinder hatte es Anfang der 90er-Jahre gegeben. Jürgen Lequen hat das Problem nun angefasst. Zu danken hat der Verein in erster Linie dessen Nichte. "Die hat nicht locker gelassen, hat immer wieder gesagt, da müsste endlich was passieren in Sachen Kinderkappensitzung", erinnert sich Lequen, der Jugendwart der Schääl Saidt. Im Mai hat er erste Gespräche mit einem rein weiblichen Komitee geführt - trotz des arbeitsintensiven Jubiläums der ganzen Zunft, das jede Menge Zeit, Kraft und Ideen gebündelt habe. Langsam ist er es angegangen und behutsam, hat außer "seinen" Frauen, auf die er sich bereits in den vergangenen Jahren bei der Jugendarbeit verlassen konnte, niemanden eingeweiht in seine Pläne. "Falls unsere Idee geplatzt wäre, hätten wir keinen Staub aufgewirbelt." Aber sie platzte nicht. Als Günter Eller davon erfuhr, unterstützte er das Team nach Kräften. "Eine Kinderkappensitzung ist genau das, was wir dringend brauchen. Wir müssen jetzt den Generationswechsel vorbereiten." Was Hänschen nicht lernt, lerne Hans nimmermehr - nur wer früh Erfahrung in der Bütt sammele, sähe diese Aufgabe später locker genug, um auch mal über sich selbst lachen zu können. Inzwischen ist das Bühnenbild im Bibpailennest in der Römerstraße fertig und das Programm perfekt: 72 Aktive werden ihrem Publikum im Jugendheim St. Bernhard einen bunten Reigen aus Tanz- und Gesangsnummern sowie Vorträgen bieten. Mit von der Partie sind auch junge Gäste aus der Umgebung, zwei prominente Wittlicher Möhnen und, Ehrensache, Günter Eller persönlich. "Conferencier" Clara Boor führt durch das Programm

Als weiblicher Conferencier wird Clara Boor durch das Programm führen, eine junge Dame, die sich in der "großen" Sitzung längst ihre Lorbeeren verdient hat. Und die damit den Kleinen Mut machen kann, es selbst zu versuchen. Clara augenzwinkernd: "Ich mache das, weil ich sehr gesprächig bin, weil ich dieses elende Wort Kongfarongs.... und so weiter zwar nicht herausbekomme, aber den Job gut finde, und weil ich schließlich so viel älter auch noch nicht bin." Jessica Heib ist gerade mal elf und wird genau vier Auftritte zur Kindersitzung bewältigen. Das Tanzen und Singen kennt sie schon von den Peppels und den Vierwidznoohsen, beides erfolgreiche Kindergruppen der Schääl Saidt. Neu für Jessica sind nur die Sketche. "Ich bin schon ein bisschen aufgeregt, aber Lampenfieber habe ich nicht wirklich." Das verhält sich bei dem zehnjährigen Matthias Becker ebenso: Auch er hat schon Bühnenerfahrung sammeln dürfen. Den Sketch, den er jetzt aufführen wird, hat er eigenhändig im Internet gefunden, zu Lequen gebracht, und von ihm passend umschreiben lassen. Termin der Kindersitzung: Sonntag, 5. Februar, 15.11 Uhr; Eintrittspreis zwei Euro für Kinder, vier Euro für Erwachsene. Karten gibt es im Alten Rathaus.