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Autor lockt Zuhörer in die Tiefen der Geschichte

Autor Michael Kuhn stellt mit Ines M. Grohmann (Mitte) seinen Roman „Marcus Tribun Roms“ vor. Eine von 60 Zuhörern ist Annemarie Moseler aus Lösnich (links), die nun ein signiertes Exemplar ihr eigen nennt. TV-Foto: Claudia Müller
Autor Michael Kuhn stellt mit Ines M. Grohmann (Mitte) seinen Roman „Marcus Tribun Roms“ vor. Eine von 60 Zuhörern ist Annemarie Moseler aus Lösnich (links), die nun ein signiertes Exemplar ihr eigen nennt. TV-Foto: Claudia Müller
Auf eine historische Zeitreise nahm Autor Michael Kuhn 60 Literaturfreunde mit. In der Kelteranlage Erden las er aus seinem historischen Roman "Marcus Tribun Roms" und bot gemeinsam mit Ines Grohmann Geschichte zum Anfassen.

Erden. (mü) Bei der Lesung aus dem ersten Band "Marcus Soldat Roms" im Mai blieb die Frage offen, ob der Romanheld in der ehemaligen Erdener Kelteranlage war. "Der Winzersohn war nicht da", gibt Autor Michael Kuhn zu, "aber jemand anderes, die Marcus sehr nahe steht", sagt er und spannt so den Bogen in die Vergangenheit.

60 Literaturfreunde lauschen interessiert seinen Worten in der Kelteranlage Erden. Eine von ihnen ist Eileen-Madelaine Moldenhauer aus Bernkastel-Kues. "Wenn zwei lesen, finde ich das besser, weil man sich die Menschen gut vorstellen kann", sagt die Neunjährige, die die Lesung total interessant, ein bisschen gruselig und sehr lebendig findet.

Kuhn liest abwechselnd mit Archäologin Ines M. Grohmann. Die beiden haben sich bei Ausgrabungen kennengelernt. Er war Grabungszeichner und kam so mit der historischen Materie in Berührung.

Aktiviert werden bei der Lesung alle Sinne der Zuhörer. Hören, sehen, riechen und anfassen; denn in kurzen Lesepausen machen fünf antike Münzen, Re pliken von römischem Geschirr und eine Spatha (Schwert) die Runde.

Sehr anschaulich beschreibt Kuhn das römische Leben, dessen Romanheld, der Winzersohn Marcus, in die Legion gezogen ist, um seinen Kriegsdienst abzuleisten. Eine Szene spielt in der Erdener Kelteranlage.

Kuhn hat sich mächtig ins Zeug gelegt und den Roman auf fundierter historischer Basis geschrieben. Der zweite Band eignet sich zudem hervorragend als Reiseführer, denn alle Orte sind beschrieben, zudem finden sich Adressen von Museen und Anfahrtsskizzen.

Annemarie Moseler aus Lösnich kauft ein Exemplar, Den ersten Band hat sie bereits. "So ein Buch ist noch viel interessanter, wenn man hier war und es nachlesen kann", freut sie sich.