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"Behutsam zurück ins Leben"

Für ihre 15-jährige Treue zur Selbsthilfegruppe erhielten Rita Timm (links), Inge Kettermann, Ilse Simon (Dritte und Vierte von links) und Gretel Müller (vorne) sowie für ihre aufopfernden Dienste im Vorstand die stellvertretende Vorsitzende Rosemarie Bauer (Zweite von links) und Marlene Klein (rechts) einen Blumenstrauß. TV-Foto: Margot Melsheimer
Für ihre 15-jährige Treue zur Selbsthilfegruppe erhielten Rita Timm (links), Inge Kettermann, Ilse Simon (Dritte und Vierte von links) und Gretel Müller (vorne) sowie für ihre aufopfernden Dienste im Vorstand die stellvertretende Vorsitzende Rosemarie Bauer (Zweite von links) und Marlene Klein (rechts) einen Blumenstrauß. TV-Foto: Margot Melsheimer
Die Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs Traben-Trarbach/Zell blickt in diesem Jahr auf ihr fünfzehnjähriges Bestehen zurück. Im großen Saal des Bürgerhauses in Burg wurde dieses Jubiläum festlich gefeiert. Von unserer Mitarbeiterin Margot Melsheimer

Burg. Gruppenleiterin Marlene Klein zeigte sich erfreut, das Jubiläum mit vielen Ehrengästen wie den Vertretern des Landesverbandes der Frauenselbsthilfegruppen nach Krebs, der Ärzteschaft, der Kommunen, Krankenkassen, den Krebsgesellschaften Trier und Koblenz sowie den Gruppenleiterinnen und Teilnehmerinnen der Gruppen Cochem, Wittlich und Bernkastel feiern zu können. In einem kurzen Rückblick ging sie auf die von ihr initiierte Gründung der Gruppe ein, nachdem sie vor fünfzehn Jahren die Diagnose Krebs erhalten habe und in ein tiefes seelisches Loch gefallen sei. Angeregt durch mehre Besuche in einer Selbsthilfegruppe sei ihr die Idee gekommen, selbst eine Gruppe zu gründen, da es damals in ihrer Umgebung so etwas nicht gab und die betroffenen Frauen sich selbst überlassen waren. Im Januar l992 war es so weit. Mit nur drei krebskranken Frauen wurde die Gruppe Traben-Trarbach/Zell gegründet, bereits Ende des Jahres zählte sie zirka 20 Teilnehmerinnen, heute gehören ihr 41 Frauen an. Das Ziel der Gruppe ist, Krebskranke aufzufangen, sie zu informieren und zu begleiten. Jeden letzten Montag im Monat ist Gruppentreffen im Bürgerhaus in Burg. Dabei werden Informationen und Erfahrungen ausgetauscht, es wird gemeinsam gekocht und gebastelt. Weiterhin werden Wanderungen gemacht, ein Teil der Gruppe nimmt einmal wöchentlich in Traben-Trarbach am Sport nach Krebs teil; es finden jährlich fünf bis sechs Referate und Vorträge zu allen Aspekten der Krebserkrankung statt, und zweimal monatlich werden die Chemotherapie-Patienten im Krankenhaus Zell besucht. Marlene Klein: "Ich mache die Arbeit in der Gruppe gerne und hoffe, dass ich und die Selbsthilfegruppe auch zukünftig unsere Aufgaben meistern und den Krebskranken - auch Männer können kommen - mit Rat und Tat, Trost und Zuwendung weiterhin zur Seite stehen können."Grußworte und Glückwünsche übermittelte im Namen des Landesvorstandes der Frauenhilfe nach Krebs Rheinland-Pfalz und Saarland die Landesvorsitzende Edda Lohmeier. Sie dankte Marlene Klein und ihrem Team, insbesondere Rosemarie Bauer und Anna Schengel, für die vielen Stunden ihres unermüdlichen und aufopfernden Einsatzes im Dienste der Gruppe. Lohmeier: "Ihr habt dabei erfahrbar gemacht, was Vertrauen und Hoffnung bedeuten für Menschen, deren Gleichgewicht durch die Diagnose Krebs erschüttert wurde. Wir, die wir selber diesen zermürbenden Schock erlebt haben, verstehen die Fragen ,Warum ich?', ,Wozu?', ,Wie geht es weiter?' nur zu gut. Deshalb schaffen wir es auch, diese Zweifelnden behutsam ins Leben zurückzuführen." Sie wünschte den Vorstandsdamen von Herzen, dass ihre Energie bei stabiler Gesundheit noch lange der Gruppengemeinschaft erhalten bleibe.Den Glückwünschen schloss sich im Namen von Landrätin Beate Läsch-Weber die Beigeordnete Irma Römer an. Für sie sind einundeinhalb Jahrzehnte Frauenselbsthilfe kompetente Beratung und Hilfe, Verständnis, ein stets offenes Ohr und großartige Hilfe von Betroffenen für Betroffene. Die Zuwendung und Mut spendende Arbeit der Gruppe sei für die Betroffenen die Kraftquelle, die ihr Leben trotz Krankheit lebenswerter mache."Ihr seid unsere Vorzeigedamen"

Gruß- und Dankworte übermittelten weiterhin der Burger Ortsbürgermeister Reiner Bucher, die Kreisbeigeordnete Cochem-Zell in Vertretung von Landrat Eckard Huwer und der Verbandsbeigeordnete Horst Scheid für die Verbandsgemeinde Zell.Auch Ehrungen standen an. Für 15-jährige Gruppenangehörigkeit wurden Inge Kettermann, Rita Timm, Gretel Müller und Ilse Simon geehrt und erhielten zum Zeichen des Dankes einen Blumenstrauß. "Ihr seid unsere Vorzeigedamen", so Gruppenleiterin Marlene Klein. "An Euch können die Neubetroffenen Mut und Hoffnung schöpfen und sehen, dass man auch nach Krebs noch viele schöne lebenswerte Jahre vor sich hat."