| 13:13 Uhr

Gesundheitswesen
Bernkasteler Krankenhaus: Großer Wasserschaden im Psychiatrie-Neubau

 Im Neubau der Psychiatrie in Bernkastel-Kues hat es einen Wasserschaden gegeben.
Im Neubau der Psychiatrie in Bernkastel-Kues hat es einen Wasserschaden gegeben. FOTO: TV / Hans-Peter Linz
Bernkastel-Kues. Nach einem Dichtungstest im Bernkasteler Krankenhaus platzt eine Leitung: Die Fertigstellung der Psychiatrie könnte sich verzögern. Von Hans-Peter Linz
Hans-Peter Linz

Eine Großbaustelle in Bernkastel-Kues steht eigentlich kurz vor der Fertigstellung. 17 Millionen Euro investiert das Verbundkrankenhaus Wittlich-Bernkastel in den Neubau der Psychiatrie mit insgesamt 90 Betten, der neben dem Bernkasteler Klinikum gebaut wird. Die Zufahrten sind schon gepflastert, die Fenster eingebaut und sogar die Feuer-Nottreppe ist angebracht. Nun könnte sich aber die Einweihungsfeier, die für diesen Sommer geplant war, verzögern.

Dem TV liegen Insider-Informationen vor, nach denen es dort offenbar einen massiven Wasserschaden gab. Demnach soll an einem Freitag der vergangenen Wochen getestet worden sein, ob die neuen Wasserleitungen richtig verlegt wurden und ob das System dicht sei. Dazu habe man den Haupthahn aufgedreht und vergessen, das Wasser wieder abzustellen. Eigentlich kein Problem, wenn das Leitungsnetz dicht gewesen wäre und den Test bestanden hätte. War es aber offenbar nicht. Durch ein Leck sollen sich etliche Kubikmeter Wasser in das Gebäude ergossen haben. Der Schaden soll so schlimm sein, dass die neuen Böden nochmal verlegt werden müssen und auch andere große Bauschäden in dem Neubau entstanden sind.

Der TV hat bei Sabine Zimmer, Pressesprecherin des Krankenhauses, nachgefragt. Sie bestätigt den Wasserschaden. Allerdings lief das Wasser nicht das ganze Wochenende lang, sondern nur eine Stunde. Zimmer: „Eine Undichtigkeit an der Verbindung zweier Wasserleitungen führte am Freitagabend, 11. Januar, zu einem Wasseraustritt im 2. Obergeschoss des Neubaus. Da der Schaden nach dem Feierabend auf der Baustelle auftrat, war es Glück im Unglück, dass ein aufmerksamer Mitarbeiter der Kliniktechnik während eines Routinekontrollgangs rund eine Stunde nach Baustellenschluss den Schaden erkannte und direkt das Wasser abdrehte.“ Wie Zimmer bestätigt, sind in dieser kurzen Zeit jedoch bereits zwölf Kubikmeter Wasser ausgetreten und hatten sich ihren Weg in die unteren Etagen gesucht. zwölf Kubikmeter, das sind 12 000 Liter Wasser, was etwa 80 vollen Badewannen entspricht.

Bau- und Klinikleitung, Vertreter der Versicherung und Gutachter haben demnach die verursachten Schäden gesichtet und sind in der Erstellung ihrer Bewertungen. Das abschließende Gutachten der Versicherung zur Schuldfrage, zum genauen Umfang der Schäden und den diesbezüglich notwendigen Maßnahmen steht noch aus.

Nach Aussagen der Kaufmännischen Direktorin Ulrike Schnell lässt sich derzeit auch noch nicht absehen, ob sich der Schaden auf den geplanten Termin der Inbetriebnahme im Sommer 2019 auswirken wird. Zimmer: „Glücklicherweise ist nur eine Seite des zweischenkligen Neubaus betroffen.“ Der Krankenhausträger hat in Absprache mit der Versicherung direkt ein Spezialunternehmen beauftragt, die Reparatur- und Trocknungsarbeiten durchzuführen. Diese ersten schadensmindernden Arbeiten laufen aktuell auf Hochtouren, parallel zur weiteren Fertigstellung des Neubaus.