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Verkehr
Der Kampf um die Parkplätze

Das Moselvorgelände in Bernkastel soll umgestaltet werden. Dafür  müssen Stellplätze weichen.
Das Moselvorgelände in Bernkastel soll umgestaltet werden. Dafür  müssen Stellplätze weichen. FOTO: Klaus Kimmling
Bernkastel-Kues. Das Moselvorgelände bleibt  Thema in Bernkastel-Kues. Der Stadtrat weist eine Beschlussvorlage der Verwaltung zurück  —  vorerst. Von Hans-Peter Linz
Hans-Peter Linz

Nach wie vor bleibt die Gestaltung des Moselvorgeländes in Bernkastel-Kues ein heikles Thema. Dass der aktuelle Zustand nicht mehr tragbar ist und die Straßenführung dringend umgestaltet werden muss, ist unstrittig. Die Frage ist aber nach wie vor, wie das geschehen soll und vor allem: Wie viele Parkplätze dürfen dafür geopfert werden. Denn ohne eine Reduktion der Parkplätze wird eine Erneuerung der aus den 1960er Jahren stammenden Straßenführung kaum möglich sein.

Dementsprechend lebhaft geriet dann auch die Diskussion über einen Beschluss, den die Verwaltung vorgelegt hat und den der Stadtrat in dieser Form ablehnte. Aber der Reihe nach: Seit Jahrzehnten ist der Uferbereich der Mosel auf der Bernkasteler Seite Anlass für Diskussionen. Er wird vielfältig genutzt: Autos parken, Schiffe legen an, ein Bach mündet dort in die Mosel, es gibt Pommes- und Ticketverkaufsbuden und außerdem verläuft die L 47 von Kues kommend über die Moselbrücke und führt auf diesem Gelände auf die B 53, die Richtung Norden den Anschluss nach Graach und in Richtung Süden den Anschluss zur B 50 über den Burgbergtunnel Richtung Hunsrück bildet.

Zwei Millionen Euro stehen bereits seit längerem im städtischen Haushalt für die Umgestaltung  bereit. Es gibt zudem Zuschüsse, auch ein Bürgerworkshop wurde bereits vor zwei Jahren gemacht. Und es wurden auch Landeszuschüsse in Aussicht gestellt.

Die avisierte Lösung: Die komplexe Straßensituation wird durch eine sogenannte „Schleife“ ersetzt. Dadurch würde der Durchgangsverkehr am Moselufer wegfallen, und der Uferbereich ließe sich neu ordnen. Die 500 Parkplätze sollten, was auch Ergebnis des Bürgerworkshops war, erhalten bleiben. Das wäre aber kaum möglich, denn durch die mit der ADD abgestimmten Rahmenbedingungen für einen Architektenwettbewerb würden circa 180 Stellplätze wegfallen. Sollten diese Rahmenbedingungen, wozu unter anderem eine Grünfläche gehört, nicht erfüllt werden, gäbe es auch keine Förderung. Der in der jüngsten Stadtratssitzung vorgelegte Beschluss nahm darauf Bezug und akzeptierte einen Verlust von Stellplätzen – mit dem Zusatz: „Es sollen jedoch circa 400 Stellplätze erhalten bleiben.“ Genau diese Formulierung ging jedoch einigen Ratsmitgliedern nicht weit genug.

Frank Hoffmann (CDU), der auch dem Werbekreis vorsteht, sagte: „So wie der Beschluss aussieht, legen wir uns zu sehr fest.“ Robert Wies (FDP) sagte: „Ohne die 400 Stellplätze läuft nichts!“. Auch Gertrud Weydert (Bündnis 90/Grüne) war überrascht: „Wir alle wussten, dass Parkplätze geopfert werden müssen, circa 100. Die angedachten 180 haben uns auch erstaunt.“

Ob eine Ausweitung des Parkplatzangebotes auf der Kueser Seite die Situation entlasten würde, blieb auch in der jüngsten Stadtratdiskussion kontovers. Letztlich fand der von der Verwaltung vorgelegte Beschluss keine Mehrheit. Nun soll ein neuer Beschluss ausgearbeitet werden, der die Mindest-Parkplatzzahl genauer definiert.

Indes tickt die Uhr, denn um eine Landesförderung zu erhalten, muss der Architektenwettbewerb möglichst bald ausgeschrieben werden.