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Bike-Pläne werden konkreter

Rhaunen/Stipshausen. Am Idarkopf soll der Sport wieder Einzug halten. Geht es nach dem Investor Nico Reuter aus Nonnweiler, soll dort ein Bike-Park mit fünf Pisten, ein Panoramacafé und ein Skilift entstehen, allerdings ohne Beschneiung.

Rhaunen/Stipshausen. Eine Vision nimmt Formen an: Investor Nico Reuter hat in Rhaunen vor Vertretern des Landes, von sechs Landkreisen und elf Verbandsgemeinden sowie zahlreichen Touristikern und Radsportlern sein Konzept für eine Ganzjahresnutzung des Idarkopfs vorgestellt. Der Bikepark mit fünf unterschiedlichen Pisten, einem Panoramacafé und einem Lift würde auch Wintersport am mit 1200 Meter längsten Hang im Hunsrück wieder möglich machen - allerdings ohne Beschneiung.
Der Bikepark soll Leuchtturm und Zentrum einer neu zu entwickelnden Bikeregion Hunsrück werden, die in der erweiterten Nationalparkregion entstehen soll. Der Birkenfelder Landrat Matthias Schneider und Rhaunens VG-Bürgermeister Georg Dräger sind sich einig, dass dies das erste erfolgreiche Projekt der Regionalentwicklung in der NLP-Region werden könnte. Reuter, der aus Nonnweiler stammt und selbst das Skifahren am Idarkopf erlernte, ist vom Erfolg seiner Idee überzeugt. Der Geschäftsführer des Start-up-Unternehmens Ecopark Concepts mit Sitz am Umwelt-Campus Birkenfeld ist selbst begeisterter Downhill-Biker und verbringt nach eigener Aussage viele Stunden im Auto und im Stau an den Liften im Sauerland oder im Schwarzwald, um seinem Hobby nachzugehen. Ein Bikepark im Hunsrück für spezialisierte Downhiller hätte ebenso wie eine Bikeregion für "normale" Touren-Mountainbiker ein riesiges Potenzial, hatte zuvor schon Hugo Kern von Kernplan mit Sitz in Illingen bei der Vorstellung der Potenzial- und Wirkungsanalyse unterstrichen. Kurzzeitradreisen lägen derzeit ebenso wie Mountainbiken voll im Trend.
Mit Benelux und den angrenzenden Ballungsgebieten ergibt sich laut Kern ein riesiges Potenzial von fast zwei Millionen Bikern und noch weit mehr Freizeitradlern. Kern rechnete mögliche Umsatzzahlen zwischen 43 und 88 Millionen Euro pro Jahr für die Region hoch, was 1000 bis 2000 Arbeitsplätzen entspreche. Kern unterstrich, dass die Idee nur Chancen habe, wenn man sich hohe Qualitätsmaßstäbe setzt: "Damit bekäme der Hunsrück nach dem Wandern ein zweites Premiumprodukt. Das gibt es in der Konsequenz deutschlandweit noch nicht." Von Vorteil sei es, dass man auf die Zusammenarbeit engagierter heimischer Biker und viele bereits erschlossene Routen zurückgreifen könne. Es gebe aber noch viel zu tun: Die anzuvisierende Dachmarke "Bike-Region Hunsrück" brauche eine gemeinsame Vermarktung und Bewerbung samt Logo.
Zum Gesamtkonzept gehören Mountainbike-Erlebnisschleifen, die ähnlich der Premium-Wanderwege die Region links und rechts des Nationalparks von Sohren bis zum Bostalsee erschließen, und die Vernetzung mit bestehenden Radwegen und der neuen Nationalpark-Radroute, die in Kürze beschildert wird. Reuter nannte 15 000 im ersten Jahr und später mehr als 20 000 Besucher als Ziel, dabei geht er aufgrund von Erfahrungen aus anderen Bikeparks von 40 Prozent Tagesgästen und 60 Prozent Kurzzeiturlaubern aus, was auch der heimischen Gastronomie zugutekomme. sc