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UMWELT
Bioenergiedörfer: Erfahrungen und Möglichkeiten

Quartiernetzwerkstreffen.
Quartiernetzwerkstreffen. FOTO: TV / Energieagentur Rheinland-Pfalz
Bernkastel-Wittlich. Im Landkreis nehmen derzeit 13 Gemeinden beziehungsweise Quartiere am Projekt „Smart Villages – Bioenergiedörfer“ teil: Bergweiler, Binsfeld, Dreis, Hasborn, Klausen und Landscheid (VG Wittlich-Land), Monzelfeld, Longkamp und Veldenz (VG Bernkastel-Kues), Lötzbeuren (VG Traben-Trarbach) sowie Malborn, Malborns Ortsteil Thiergarten und Thalfang (VG Thalfang).

In den einzelnen Gemeinden sollen die aktuelle energetische Situation erfasst und Handlungsempfehlungen erarbeitet werden, um die Effizienz und Nachhaltigkeit zu steigern. Auch der Einsatz regenerativer Energieträger wie Sonnenenergie, Biomasse und Windenergie spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung zukünftiger Szenarien. In den Quartierskonzepten wird sowohl der öffentliche als auch der private Sektor analysiert und Maßnahmen entwickelt.

Um von Erfahrungen zu profitieren und gemeinsame Ideen entwickeln zu können, haben sich diese Gemeinden zu einem Netzwerk zusammengeschlossen und sich getroffen. Ortsbürgermeister und Beigeordnete setzten sich mit den Sachbearbeitern der betroffenen Verbandsgemeindeverwaltungen sowie Fachleuten in Bernkastel-Kues zusammen. Die VG Wittlich-Land hat bereits zwei Sanierungsmanager, Christian Stalter und Tobias Thiel, eingestellt. Sie zeigten, warum man sich überhaupt mit dem Klimaschutz beschäftigen sollte und was ihre Aufgaben sind. Die aktuellen Daten des deutschen Wetterdienstes zeigen die Zunahme sehr warmer Jahre auf, die anhaltende Hitzeperiode 2018 noch nicht mit eingerechnet. Im Gedächtnis sind auch die katastrophalen Folgen von Starkregenereignissen in einzelnen Gemeinden in Eifel und Hunsrück in diesem Frühjahr.

Die Sanierungsmanager begleiten die Quartierskonzeptentwicklung, liefern Daten der kommunalen Gebäude, informieren die Bürger und setzen einzelne Maßnahmen um, die gut für den Klimaschutz und den kommunalen Geldbeutel sind, darunter die Umstellung der Beleuchtung in einer Schulturnhalle. Nach der Fertigstellung der Quartierskonzepte werden die beiden Sanierungsmanager deren Umsetzung fachlich begleiten.

In vielen Konzepten wird beispielsweise die Fragestellung einer alternativen Wärmeversorgung innerhalb des Quartiers betrachtet: Dabei wird versucht, einen zentralen Lösungsansatz zu wählen. Eine Alternative zu der derzeitigen dezentralen Wärmeerzeugung mit Öl könnte eine zentrale Wärmeversorgung mittels Nahwärmenetz sein. Zu diesem Thema sprach Dipl. Ing. Ulrich Schäfer. „Dorfwärmenetze sind der einzige Weg, sofort von den fossilen Energieträgern wegzukommen“, ist Schäfer überzeugt.

Ein Nahwärmenetz soll insbesondere diesen Hauseigentümern einen neuen Weg aufzeigen. Die Berechnung der Wirtschaftlichkeit eines Nahwärmenetzes wird innerhalb einer vertieften Machbarkeitsstudie vorgenommen. Wichtig sei unter anderem neben einer guten Trassenführung vor allem auch ein kompetenter Betreiber.