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Verkehr
BKS - ein Nummernschild für Lokalpatrioten

Foto: Markus Philipps
Foto: Markus Philipps FOTO: TV / Markus Philipps
Bernkastel-Kues. Vor 60 Jahren wurde im Altkreis Bernkastel die Einführung des heutigen KFZ-Kennzeichensystems abgeschlossen. Das seit 1956 bestehende Kürzel „BKS“ verschwand später für mehrere Jahrzehnte. Von Markus Philipps

Das KFZ-Kennzeichen des ehemaligen Landkreises Bernkastel (BKS) erfreut sich seit seiner Rückkehr im Jahr 2012 großer Beliebtheit. Seine historischen Anfänge begannen vor sechs Jahrzehnten mit der Einführung des bis heute gültigen bundeseinheitlichen Kraftfahrzeug-Kennzeichens.

Die Bernkasteler Zeitung berichtete am 25. Juni 1958 anlässlich der Beendigung der Ummeldungsaktion: „Noch bevor die Frist am 30. Juni zur Umkennzeichnung der Kraftfahrzeuge abgelaufen ist, konnte das Landratsamt diese Aktion im Kreis Bernkastel als abgeschlossen melden. Die Kennzeichen aller Kraftfahrzeuge aus dem Kreis Bernkastel setzen sich nur noch aus drei Buchstaben „BKS“ als Kreiskennzeichen, einem weiteren Buchstaben und einer höchstens dreistelligen Zahl zur Nummerierung der Fahrzeuge zusammen. Dies betrifft 8600 Fahrzeuge, davon 2907 Motorräder, 1936 Personenautos, 230 Kombiwagen, 2 Krankenwagen, 462 Lastkraftwagen, 20 Omnibusse, 2655 Zugmaschinen, 33 Sonderfahrzeuge (Feuerwehr usw.) und 313 Anhänger nach dem neuesten Stand. (…)“

Das im Juli 1956 in Umlauf gebrachte KFZ-Nummernschild bestand in der Regel aus lackiertem Blech mit eingeprägten Buchstaben und Ziffern. Es war zumeist mit schwarzer Schrift (DIN 1451) auf weißem Grund sowie einer schwarzen Rahmenlinie versehen. Die sogenannten DIN-Kennzeichen ähnelten in ihrem Erscheinungsbild stark den ersten deutschen KFZ-Kennzeichen aus dem Jahr 1906. Die Beschriftung der preußischen KFZ-Nummernschilder des ehemaligen Kreises Bernkastel setzte sich einst aus der römischen Ziffer I für das Territorium I = Preußen, dem Buchstaben Z für den Verwaltungsbezirk „Rheinprovinz“ sowie einer Erkennungszahl zusammen. Dementsprechend lautete im Jahr 1913 das Kennzeichen eines der ersten Omnibusse der Stadt Bernkastel-Kues: „IZ – 5941“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg endete die Verwendung des KFZ-Kennzeichensystems des ehemaligen Deutschen Reiches. Die späteren Nummernschilder erhielten in den verschiedenen Besatzungszonen Deutschlands unterschiedliche Farben und eine veränderte Beschriftung. So kamen in der französisch besetzten Zone zunächst rote Schilder mit schwarzer Schrift zum Einsatz. Ab 1948 gab es in allen vier Besatzungszonen nur noch ein einheitliches KFZ-Kennzeichen mit weißer Beschriftung auf schwarzem Grund. Die in der Region Trier eingesetzten Besatzungskennzeichen trugen seinerzeit den Ländercode „FR“ (Französisches Rheinland) und eine Kennzahl für den Stadt- bzw. Landkreis (Stadt Bernkastel: 55, Bernkastel Land: 63). Daran schloss sich eine vierstellige Ziffernkombination an.

Bereits gegen Ende der 1960er Jahre wurden jedoch zahlreiche Kreiskennzeichen im Zuge der Gebietsreformen abgeschafft. So verschwand nach der im Jahr 1969 erfolgten Vereinigung der Landkreise Bernkastel und Wittlich auch das BKS-Kennzeichen. Im neugebildeten Landkreis Bernkastel-Wittlich waren später nur noch Kennzeichen mit dem Kürzel „WIL“ (Wittlich) erhältlich.

Aufgrund der bundesweiten Initiative „Kennzeichenliberalisierung“ zur Wiedereinführung regionaler Kennzeichen wurde das BKS-Kennzeichen im November 2012 zu neuem Leben erweckt. Seither wächst die Zahl der BKS-Nummernschilder wieder stark an. Insbesondere im näheren Umfeld der Stadt Bernkastel-Kues wird „BKS“ bei Um- sowie Neuanmeldmeldungen von Fahrzeugen insbesondere von lokalpatriotischen Bürgern favorisiert. Im Gegensatz zum historischen DIN-Kennzeichen lässt sich das heutige BKS-Kennzeichen der Euro-Norm auch mit den Buchstaben B, F, G, I, O und Q kombinieren.

BKS damals und BKS heute: Das Nummernschild ist wieder beliebt.
 
BKS damals und BKS heute: Das Nummernschild ist wieder beliebt.   FOTO: TV / Markus Philipps