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Bushaltestellen: Polizei kündigt Kontrollen an

Regelmäßig kommt es an Bushaltestellen – wie hier in Lieser – zu Gefahrensituationen. Foto: Polizei
Regelmäßig kommt es an Bushaltestellen – wie hier in Lieser – zu Gefahrensituationen. Foto: Polizei
Steht ein Bus mit eingeschalteter Warnblinkanlage an einer Haltestelle, darf auf beiden Fahrbahnseiten nur mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Weil sich kaum einer daran hält, wird nun die Polizei aktiv.

Bernkastel-Kues/Lieser. (cb) Die Situation tritt in vielen Orten jeden Tag - außer in den Ferien - mehrfach auf. Kinder laufen morgens zum Schulbus und nachmittags wieder vom Schulbus in Richtung Heimat. Speziell morgens passieren sie dabei Straßen, die wegen des Berufsverkehrs stark frequentiert sind. "Ein Wunder, dass da nicht mehr passiert", sagt Klaus Herrmann, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues.

Doch am 17. Februar dieses Jahres ist etwas passiert. In Lieser war ein Zwölfjähriger von einem Auto erfasst worden, als er über die L 47 zum Schulbus lief, der mit vorschriftsmäßig eingeschalteter Warnblinkanlage wartete. Dabei zog sich der Junge schwere Verletzungen am Kiefer zu (der TV berichtete). Er war laut Polizei, ohne auf den Verkehr zu achten, über die Straße gelaufen. Der Autofahrer, der ihn erfasste, sei aber auch zu schnell unterwegs gewesen. Das habe er gegenüber den Beamten zugegeben.

Steht ein Bus mit eingeschalteter Warnblinkanlage auf der Straße oder auch am Straßenrand, darf er grundsätzlich nur mit Schrittgeschwindigkeit passiert werden. Das sind, erklärt Klaus Herrmann, etwa fünf bis sieben Stundenkilometer. Und dies gelte für beide Fahrtrichtungen. In manchen Orten - etwa in Lieser oder in Longkamp - gibt es im Bereich der Bushaltestellen auch Überquerungshilfen für Fußgänger. Jeweils auf einer Seite steht der Bus beim Ein- und Aussteigen dort auf der Straße, so dass kein anderes Fahrzeug vorbeipasst. Dort kommt es laut Herrmann immer wieder dazu, dass Verkehrsteilnehmer unzulässig links an der Überquerungshilfe vorbeifahren und damit andere gefährden.

In den kommenden Wochen werde die Polizei verstärkt an Bushaltestellen kontrollieren, kündigt der Beamte an. Der Moselort Lieser wird definitiv dazugehören, weil dort auch die Mitglieder des Gemeinderats auf Grund von Beschwerden aus der Bevölkerung Kontrollen ausdrücklich gefordert hatten.