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Fest
Moselauenfest: Eine Fee als Überraschungsgast

Überraschung gelungen: Die Moselauenfee kommt aus ihrem Fass.
Überraschung gelungen: Die Moselauenfee kommt aus ihrem Fass. FOTO: Beckmann Clemens
Bernkastel-Kues. Das dritte Moselauenfest lockt Zigtausende Besucher nach Bernkastel-Kues. Zur Eröffnung erscheint eine Fee als Überraschungsgast. Von Clemens Beckmann
Clemens Beckmann

Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, wenn in diesen heißen, trockenen Tagen der Himmel seine Schleusen öffnet. Wenn das aber am Haupttag einer großen Freiluftveranstaltung passiert, mit dem wolkenbruchartigen Regen auch noch ein Gewitter einhergeht und das Ganze nach einem Dauerzustand aussieht, kann den Organisatoren und Standbetreibern schon Angst und Bange werden.

Beim Moselaufenfest in Bernkastel-Kues sieht es am Samstagnachmittag danach aus. Kurz vor 17 Uhr fängt es an zu donnern und zu regnen. Die Besucher, die um diese Zeit auf dem großen Gelände am Kueser Moselufer sind, flüchten. Und wer sich in der Region zur Abfahrt bereitgemacht hat, der zögert. Der Organisator, die Betreiber von zehn Weinständen, einem Bierstand und mehreren Essensständen bangen um ihren finanziellen Lohn.

Um 19.30 Uhr hellen sich Himmel und Mienen auf. Der Regen hört auf. Eine halbe Stunde später beginnt sich der Platz zu füllen, um 22 Uhr ist er „gestoppte voll“, wie der Moselaner sagt. Patrick Philipps, einer der zehn Winzer, hat schon keine Gläser mehr. „700 sind im Umlauf“, sagt er, als er bei Kollegen um Nachschub bittet. Er und und die neun weiteren Winzer sind auch pausenlos damit beschäftigt flüssigen Nachschub zu besorgen und die Bestände aufzufüllen.

Die Besucher strömen weiter. Um 22.30 Uhr wird auf der anderen Moseleite ein tolles Feuerwerk gezündet. „Ein Feuerwerk zieht immer“, sagt Winzer Paul Peter Coen, einer der übrig gebliebenen Winzer vom Kueser Straßenfest. Aus dieser Veranstaltung, die zuletzt nur noch wenige Standbetreiber hatte, ist vor zwei Jahren das Moselauenfest hervorgegangen. Es ist eine friedliche Masse Mensch unterwegs – darunter viele junge Leute. Die einen kommen wegen des Weins, andere wegen der Musik oder der Geselligkeit.

Auf dem Gelände in den Kueser Moselauen finden viele Leute Platz und Angebote für ihre Vorliebe (n) – es sind alleine an diesem Abend viele Tausend. Viele Besucher sind am Vortag auch schon zur Eröffnung da. Schließlich wollen sie wissen, welche Überraschungen sich hinter der vollmundigen Ankündigung der Veranstalter, der Stadt Bernkastel-Kues und BKS Events, verbergen.

Auf der Bühne steht ein großes Holzfass. Stadtbürgermeister Wolfgang Port wird von Moderatorin Bianca Waters aufgefordert daraus Wein zu zapfen. Doch es ist kein Wein drin. Als Port den Kranen dreht. kurbelt jemand anderes auch an einer anderen Stelle – und zieht die auf einer Schaukel sitzende neue Moselauenfee heraus.

Vanessa Kallmaier, Mitarbeiterin im Mosel-Gäste-Zentrum, war vier Stunden zur Ganzkörperbemalung in der Maske. „Ich fühle mich wohl in meiner zweiten Haut“, sagt sie. Es folgt noch eine folkloristische Überraschung: eine Tanzgruppe aus Brasilien. Die Vorfahren waren aus Deutschland eingewandert, die Nachfahren halten deren Traditionen hoch.

Das Gelände liegt strategisch günstig am Moselradweg. Viele Radler legen eine Pause ein – manche hält es lange auf dem Gelände an der Mosel. „Wir sind aus Holland Wasser gewohnt“, sagt Henk de Vries aus der Nähe von Rotterdam. „Aber wir leben hinter dem Deich. Das ist hier anders“, fügt er an.

Auch bei Junggesellen und Junggesellinnen ist das Fest beliebt. Mehrere Gruppen sind auf Abschiedsfeier – unter anderem neun junge Frauen aus dem Raum Birkenfeld. Die Braut, Vorname Nadine, heiratet am 18.8.18. Sie ist wie die Organisatorin, Vorname Lisa, eine Weinfreundin. Da hat sich die Gruppe das richtige Fest ausgesucht.

Das Feuerwerk ist zu Ende, der Platz ist weiter voll und die Wetteraussichten für den Schlusstag sind gut. „Es ist ein schönes Fest“, sagt Winzer Paul-Peter Coen.

Der Regen hört früh genug auf. Kurze Zeit später sind Sitz- und Stehplätze knapp.  Foto: Klaus Kimmling
Der Regen hört früh genug auf. Kurze Zeit später sind Sitz- und Stehplätze knapp. Foto: Klaus Kimmling FOTO: Klaus Kimmling