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Das Mini-Warenhaus ist geöffnet

Stadtbürgermeister Wolfgang Port (rechts) nimmt die offizielle Eröffnung vor. Er setzt große Hoffnungen auf das "Bernkast’ler Fenster". Foto: C. Beckmann
Stadtbürgermeister Wolfgang Port (rechts) nimmt die offizielle Eröffnung vor. Er setzt große Hoffnungen auf das "Bernkast’ler Fenster". Foto: C. Beckmann
BERNKASTEL-KUES. Viele verschiedene Anbieter unter einem Dach: Das Modell, das in Bernkastel-Kues in diesen Tagen umgesetzt wird, kommt an und findet bereits weitere Interessenten. ARRAY(0xa91ba770)

Marianne Michels kommt gezielt zum verkaufsoffenen Sonntag nach Bernkastel-Kues. Das "Bernkast'ler Fenster" hat sie dabei nicht im Visier. Doch der Laden, in dem nun 20 Einzelhändler und Winzer ganz offiziell einen Teil ihrer Produkte anbieten, findet ihre Zustimmung. "Die Idee ist super. Von der Ware her ist das Angebot überragend", sagt sie, als sie das Geschäft mit einem Paar modischer Pantoletten in der Tasche wieder verlässt. Programmpunkt beim Familientag

Auch Marlies Heier (Bernkastel-Kues) ist begeistert: "Hoffentlich schlägt das ein." Sie begrüßt demnächst die Verwandtschaft zum Familientreffen und will das "Bernkast'ler Fenster" ins Programm einbeziehen. Besonders der gute Geschmack bei der Dekoration hat es ihr angetan. Die Eröffnung des Geschäfts ist vorläufiger Endpunkt einer Entwicklung, die mit einem Vakuum begonnen hatte. Das große Ladengeschäft am Bärenbrunnen stand eine Zeit lang leer. Zuerst entstand die Idee, es als eine Art Themenfenster zu nutzen, in dem sich nicht nur Einzelhändler, sondern auch andere Anbieter, zum Beispiel Gastronomen, präsentieren, allerdings nicht verkaufen könnten. Seit einigen Wochen wird in dem Laden auch verkauft. 20 Einzelhändler und Winzer haben sich zusammen getan und bieten eine kleine Auswahl ihres Angebots. Darunter auch einige Betriebe, die ihren Sitz nicht in Bernkastel-Kues haben, den Markt aber testen wollen. Die Palette ist reichhaltig und vielseitig: Textilien, Schuhe, Porzellan, Möbel, Parfüm, Wohnaccessoires, Bücher, Wein, Pasta und anderes mehr. Derzeit sind die Tische österlich geschmückt. Im Jahresverlauf wird sich die Dekoration ständig ändern. Stadtbürgermeister Wolfgang Port spricht bei der offiziellen Eröffnung davon, dass es ein vergleichbares Projekt nirgends in Deutschland gebe. "Die Anbieter haben Mut gezeigt", sagt er. Es sei schließlich nicht leicht, 20 Anbieter unter einen Hut zu bekommen. Das Gemeinschaftsprojekt sei ein Baustein, "um Leerstände zu vermeiden", sagt Port. Regionalplaner Kurt Lüthje, der das Werk umgesetzt hat, ist an diesem Nachmittag ein viel gefragter Mann. Viele Leute, die nicht so nah am Geschehen sind, wollen etwas über die Hintergründe erfahren.Viel Lob für die Dekoration

Zu den Interessenten gehören auch Doris und Walter Schellhammer, die vor einiger Zeit aus Böblingen (Baden-Württemberg) nach Lösnich gezogen sind. Die Goldschmiede-Meisterin möchte dort ein Atelier eröffnen und zeigt auch Interesse daran, sich im "Bernkast'ler Fenster" zu präsentieren. "Das ist ja ein richtiges Mini-Warenhaus" sagt sie. Auch sie lobt die äußerst geschmackvolle Dekoration: "Das ist sehr professionell gemacht. Davon verstehe ich etwas. Das Auge braucht einen Ruhepunkt." Das "Bernkast'ler Fenster" hat ganz normale Öffnungszeiten: montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 11 bis 16 Uhr.