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Royaler Besuch
Eine halbe Stunde in Bernkastel-Kues: Das niederländische Königspaar ist zu Gast an der Mosel

Kinder überreichen Stadtbürgermeister Wolfgang Port den Umschlag mit den Bildern des Königspaares.
Kinder überreichen Stadtbürgermeister Wolfgang Port den Umschlag mit den Bildern des Königspaares. FOTO: TV / Bianca Waters
Bernkastel-Kues/Thalfang/Heidenburg. Willem-Alexander und Maxima besuchen morgen für eine halbe Stunde Bernkastel-Kues. Zaungäste können vom Forumsplatz aus einen Blick auf das berühmte Paar werfen. Von Clemens Beckmann
Clemens Beckmann

Strahlender Sonnenschein und bis zu 23 Grad warm: So soll das Wetter morgen an der Mosel werden. Kaiserwetter nennt man so etwas auch. In Bernkastel-Kues passt der Begriff an diesem besonderen Tag allerdings nicht. Königswetter muss es dort heißen. Denn kurz nach 17 Uhr soll das niederländische Königspaar, Willem-Alexander und Maxima, im Rahmen eines Arbeitsbesuches in der Stadt eintreffen.

Der Zeitplan ist eng getaktet. Trotzdem soll das Programm zweigeteilt sein. Zuerst, so Jutta Gardill (Staatskanzlei Mainz), geht es zur Fierskapelle oberhalb von Kues. „Dort gibt es aber nur einen Fototermin“, erläutert sie.

Anschließend geht ins Tal zum Steillagenzentrum. Dort tagen an diesem Tag niederländische und deutsche Winzer. Das Königspaar wird sich über die Ergebnisse informieren. Das besondere Interesse von Willem-Alexander und Maxima gilt dem Klimawandel und der Mechanisierung im Weinbau.

Kurz vor ihrer Weiterfahrt nach Trier, die für 17.40 Uhr geplant ist, werden sich König und Königin, so ist der Plan, vor dem Eingangsbereich des Steillagenzentrums den Zaungästen auf dem Forumsplatz zeigen.

Dem royalen Tross werden nach Auskunft von Jutta Gardill 17 niederländische Medienvertreter angehören, die die zweitägige Visite in Rheinland-Pfalz und im Saarland begleiten. Für den Besuch in Bernkastel-Kues haben sich zudem 40 deutsche Medienleute angekündigt.

Die Stadt ist über die Landesgrenzen hinweg bekannt. Doch solch eine große Menge von Journalisten, Fotografen und Kameraleuten ist natürlich eine Besonderheit. Dadurch ergibt sich auch die Chance, Bernkastel-Kues noch ein Stück weiter bekannt zu machen.

Jörg Lautwein, Leiter des Mosel-Gäste-Zentrums und Geschäftsführer des Ferienlandes Bernkastel-Kues, hat vorgesorgt. In der an den Forumsplatz angrenzenden Güterhalle, dem örtlichen Medienzentrum, hält er Prospekte, USB-Sticks und weiteres Informationsmaterial bereit.

Die Niederlande sind für die Region ein ganz wichtiger Adressat in Sachen Tourismus. Von den Übernachtungsgästen kommt etwa ein Drittel aus den Beneluxländern (Niederlande, Belgien).

Und das sind bei jährlich 1,43 Millionen Übernachtungen in der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues nicht wenige. „Die Niederländer schätzen die Landschaft, den Wein und die Feste“, sagt Lautwein.

Die royalen Gäste, die unter anderem in Begleitung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer sind, werden auch von Stadtbürgermeister Wolfgang Port begrüßt. Mehr als ein kurzes Händeschütteln gibt es aber nicht. „Es ist ein Arbeitsbesuch, den mittelalterlichen Marktplatz werden sie nicht sehen“, sagt Port.

Der Stadtbürgermeister wird einen Umschlag dabei haben. Der Inhalt: Bilder vom Königspaar. Gemalt haben sie Migrantenkinder, die derzeit in einem Ferienkurs an der Volkshochschule Bernkastel-Kues Deutsch lernen. Dabei kam das Gespräch auf den Besuch und es entstand die Idee, den König und die Königin zu malen.

Eine persönliche Übergabe wird wohl nicht zustandekommen. „Ich werde versuchen den Umschlag mit den Bildern dem Protokollchef zu überreichen“, sagt Port.

Der Besuch des niederländischen Königspaars ist auch für den Tourismus im Hunsrück von Bedeutung. „Das wird auch in der Verbandsgemeinde Thalfang wahrgenommen“, ist sich Daniel Thiel, Leiter der Tourist-Info in Thalfang, sicher. Denn sowohl an der Mosel als auch im Hunsrück machen viele niederländische Touristen Urlaub. Thiel: „Nach Thalfang kommen viele Touristen aus den Niederlanden. Wir haben hier sogar Gastgeber, die selbst gebürtige Niederländer sind und nun im Hunsrück leben.“

Einer davon ist Hendrik van Dijk. Er hat sich dazu entschlossen, seinen Wohnsitz von den Niederlanden nach Heidenburg zu verlegen, wo er einen Campingplatz betreibt.

„Es ist natürlich klasse, dass unser Königspaar hierher kommt. Ich habe natürlich all meinen holländischen Gästen Bescheid gesagt, dass das Königspaar nach Bernkastel-Kues und nach Trier kommt,“ sagt van Dijk.

Warum so viele Holländer an der Mosel und im den Hunsrück ihren Urlaub verbringen? „Die sind immer wieder erstaunt, wie schön es hier ist. Hunsrück und Mosel sind nur ein paar Autostunden von den Niederlanden entfernt und doch ist man schon in einer anderen Welt. Außerdem schätzen meine Kunden die Sauberkeit und die Freundlichkeit der Menschen in Deutschland. Sie können hier Radfahren und wandern“, sagt van Dijk. Außerdem sei natürlich der Erbeskopf als höchster Berg in Rheinland-Pfalz immer wieder ein Ziel.