| 17:16 Uhr

Gesellschaft
Winzer freuen sich auf das Königspaar

Das Königspaar der Niederlande, König Willem-Alexander und Königin Maxíma (hier im Königspalast Noordeinde), kommt nächste Woche an die Mosel und macht auch in Bernkastel-Kues Halt.
Das Königspaar der Niederlande, König Willem-Alexander und Königin Maxíma (hier im Königspalast Noordeinde), kommt nächste Woche an die Mosel und macht auch in Bernkastel-Kues Halt. FOTO: dpa / Peter Dejong
Bernkastel-Kues. Das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Bernkastel-Kues bereitet sich auf royalen Besuch aus den Niederlanden vor. Bürger können vom Forumsplatz einen Blick auf Willem-Alexander und seine Gattin Maxima werfen.

Es war einmal: So fangen viele Märchen an. Es war einmal im Monat April 2018. Da erhielt Hubert Friedrich, Leiter des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) in Bernkastel-Kues, einen Anruf vom für Weinbau zuständigen Ministerium in Mainz. Das niederländische Königspaar komme zu einem Arbeitsbesuch nach Rheinland-Pfalz, hieß es. Ob er sich vorstellen könne, es in Bernkastel-Kues zu empfangen. Es war nicht der 1. April. Und wer kann bei so einer Frage schon Nein sagen. „Das konnten wir natürlich nicht. Der Besuch ist für uns eine Ehre“, sagt Hubert Friedrich.

Und so wird ein royales Märchen wahr. König Willem-Alexander und Königin Maxima geben sich am Mittwoch, 10. Oktober, die Ehre an der Mittelmosel.

Wie gemacht für einen royalen Besuch: Vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum werden König Willem-Alexander und Königin Maxima die unterhalb der Treppe stehenden Zaungäste begrüßen.
Wie gemacht für einen royalen Besuch: Vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum werden König Willem-Alexander und Königin Maxima die unterhalb der Treppe stehenden Zaungäste begrüßen. FOTO: Beckmann Clemens

Seit Hubert Friedrich und seine Mitarbeiterin Heike Schmidt von dem Termin wissen, steht bei ihnen das Telefon kaum noch still. Gespräche mit dem königlichen Hof, der niederländischen Botschaft und dem Ministerium. Das ist für die beiden Organisatoren seither Alltag.

Die protokollarischen Bestimmungen sind etwas weniger streng, weil es sich um einen Arbeitsbesuch handelt. Trotzdem muss natürlich vieles beachtet und vorbereitet werden. Von der richtigen Anrede und der richtigen Begrüßung bis zum minutiös geplanten Ablauf.

Es wird auch keinen Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Bernkastel-Kues geben. „Dafür ist keine Zeit“, sagt Hubert Friedrich. Stadtbürgermeister Wolfgang Port ist der einzige Kommunalpolitiker aus der Region, der bei dem Besuch dabei sein wird.

Der König und die Königin interessieren sich für den Weinbau, wo die Niederlande doch vor allem für Tulpen und Tomaten bekannt sind? Ja, das tun sie, erläutert Hubert Friedrich. Es gibt in den Niederlanden professionell betriebenen Weinbau, unter anderem am Rhein, berichtet er. „Es gibt sogar richtig große Betriebe“, sagt er. Ein niederländischer Winzer habe sogar schon eine teure Traubensortiermaschine gekauft und sich vorher beim DLR, das eine solche Maschine im Einsatz hat, darüber informiert.

Just am Tag des royalen Besuchs ist das DLR-Steillagenzentrum Schauplatz eines Treffens zwischen deutschen und niederländischen Winzern. Der Präsident des niederländischen Winzerverbandes, Simon Crone, und Rolf Haxel, Präsident des Weinbauverbandes Mosel, gehören zu den Gästen, die das Königspaar begrüßen werden. „Beide kennen sich auch schon länger“, sagt Hubert Friedrich. Es sei daran gedacht, dass angehende niederländische Winzer den theoretischen Teil ihrer Ausbildung in der Weinbauschule in Bernkastel-Kues absolvieren können, erläutert er.

König Willem-Alexander und Königin Maxima werden sich nach der Begrüßung und einem Rundgang durch das Steillagenzentrum über die Ergebnisse der Tagung informieren – vor allem über die Bereiche Klimawandel, Biodiversität (biologische Vielfalt im Weinberg) und den Einsatz von Maschinen in Wingert und Keller. Das wird viele Bürger eher weniger interessieren, obwohl der Besuch im Steillagenzentrum eine große Wertschätzung für die dort geleistete wissenschaftliche und praktische Arbeit bedeutet.

Viele Bürger wird vor allem interessieren, ob sie das Königspaar zu Gesicht bekommen. Die Wahrscheinlicheit ist groß. Dazu muss gesagt werden: Es war ursprünglich ins Auge gefasst, dass sich der Besuch bei schönem Wetter an der Fierskapelle oberhalb von Kues abspielt. Bei schlechtem Wetter sollte es ins DLR gehen. Da dort die Tagung stattfindet, wäre es, so Hubert Friedrich, unsinnig, die Teilnehmer, weitere Gäste und den Medientross zur Kapelle zu bringen – auch wegen der zeitlichen Taktung. Denn das Königspaar wird höchstens 40 Minuten in der Stadt weilen – von etwa 17 Uhr bis 17.40 Uhr.

So läuft derzeit alles auf das Steillagenzentrum als einzigen Veranstaltungsort heraus. Und der ist ideal. Es geht auf einer Seite zum großen Forumsplatz hinaus. Dort soll sich das Königspaar kurz vor seiner Abfahrt den sicherlich sehr vielen Zaungästen zeigen, die unten vor der Treppe stehen. Wie nah der Kontakt sein wird, kann Friedrich nicht sagen. Er weiß nur, dass der Konvoi mit Motorrädern an der Spitze danach über den Forumsplatz in Richtung Trier entschwindet.