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Das Problem mit der Ampel

Für ortsunkundige Autofahrer aus Richtung Graach ist die Situation am Brückenkopf Bernkastel oft missverständlich. Wenn die Ampel auf Grün statt wie aus unserem Bild auf Rot steht, fühlt sich mancher veranlasst, achtlos auf die Vorfahrtstraße zu fahren. TV-Foto: Ursula Schmieder
Für ortsunkundige Autofahrer aus Richtung Graach ist die Situation am Brückenkopf Bernkastel oft missverständlich. Wenn die Ampel auf Grün statt wie aus unserem Bild auf Rot steht, fühlt sich mancher veranlasst, achtlos auf die Vorfahrtstraße zu fahren. TV-Foto: Ursula Schmieder
An den Brücken Bernkastel und Lieser, aber auch in der Cusanusstraße in Bernkastel-Kues kommt es immer wieder zu Unfällen. Vorsicht ist zudem zwischen Mühlheim und der Blockhauskreuzung geboten.

Bernkastel-Kues. Nach Ansicht von Experten ist er eigentlich genau an der richtigen Stelle. Dennoch plädieren einige von ihnen für eine Versetzung des Fußgängerüberwegs am Brückenkopf Bernkastel in Richtung Andel. Denn der Zebrastreifen dort hat seine Tücken. Nicht nur, dass sich von der Brücke nach rechts abbiegende Autofahrer mitunter unerwartet einem Fußgängerüberweg gegenüber sehen. Weitaus problematischer ist, dass vor allem ortsunkundige Autofahrer, die von Graach kommend geradeaus fahren wollen, in die "Ampelfalle" tappen. Steht diese vor dem Überweg für Autofahrer von und nach Kues auf Rot, besteht keine Gefahr. Doch wenn die Autos grün haben, wird es kritisch. Denn dann wird das grüne Licht schon mal als "freie Fahrt" von Graach aus falsch interpretiert. Das Stoppschild und der Hinweis auf die querende Vorfahrtsstraße haben da keine Chance mehr.Dennoch ist Klaus Wagner vom Trierer Landesbetrieb Mobilität nicht dafür, dass der Kreisel um ein paar Meter versetzt werden sollte. Umwege von wenigen Metern würden Fußgänger schon nicht mehr akzeptieren. Sie würden dann einfach so über die Straße laufen. Andererseits gebe es nicht nur den Fußgängerstrom vom Zentrum zur Brücke, sondern vor allem den zu den Bussen. Den Überweg bis auf Höhe der Parkplatztreppe zu versetzen, wäre daher nach Ansicht von Reinhard Mittler von der Kreisverwaltung und Christoph Knippel vom Morbacher Ordnungsamt eine Überlegung wert. Laut Unfallstatistik hat es am Bernkasteler Brückenkopf binnen zwölf Monaten achtmal "gekracht", wobei ein Kind schwer verletzt wurde. Nicht weniger gefährlich — vor allem für Fußgänger und Radfahrer — geht es auf der anderen Moselseite zu. 2004 und 2005 hatten sich am Fußgängerüberweg auf Höhe des Finanzamts drei Unfälle mit drei Schwerverletzten ereignet. Öfter, aber weniger schlimm, kracht es am Forums-Überweg. Die fünf Unfälle in einem Jahr waren in der Regel Auffahrunfälle, bei denen sich eine Person leicht verletzt hat.Außerhalb der Stadt ist vor allem auf der Lastwagen-Route Mülheim-Monzelfeld Vorsicht geboten. Drei Unfälle mit fünf Schwer- und zwei Leichtverletzten sind auch für einen Zeitraum von drei Jahren eine traurige Bilanz. Weiter in Richtung Blockhauskreuzung, die gegen Ende der Sommerferien als Kreisverkehr ausgebaut werden soll, hat es binnen eines Jahres fünf Wildunfälle gegeben. Für die Fahrzeuginsassen gingen es dabei aber glimpflich ab. Mit fünf Unfällen binnen eines Jahres ist der Brückenkopf Lieserneu in der Statistik. Das Warten auf eine Lücke im schnell fließenden Verkehr in Richtung Mülheim oder Osann-Monzel kann zur Geduldsprobe werden. Auffahrunfälle sind daher fast vorprogrammiert. Am 18. Juli wird die jährlich tagende Wittlicher Unfallkommission Unfallschwerpunkte wie diesen unter die Lupe nehmen. Vertreter des Landesbetriebs sowie der Polizei, der Straßenbehörden, der Verbandsgemeinden und des Kreises werden auch mit dabei sien. Dann werden Strecken oder Kreuzungen unter die Lupe genommen, an denen es binnen eines Jahres fünf oder mehr gleichartige Unfälle gegeben hat oder sich binnen drei Jahren Unfälle mit Schwerverletzten oder Toten ereignet haben.