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Das Talent schon in der Wiege

Der Geschäftsführer des Sängerkreises Bernkastel-Wittlich, Theo Ostermeier (links), gratuliert Heinz Thormann zu seinem 50. Jubiläum als aktives Chormitglied.Foto: Nora John
Der Geschäftsführer des Sängerkreises Bernkastel-Wittlich, Theo Ostermeier (links), gratuliert Heinz Thormann zu seinem 50. Jubiläum als aktives Chormitglied.Foto: Nora John
FLUSSBACH. (noj) Schon seit über 100 Jahren wird in Flussbach gern gesungen. Einer der Sänger ist schon seit 50 Jahren dabei: Heinz Thormann wurde beim Familienabend für 50-jährige aktive Chormitgliedschaft im Gesangverein "Liederkranz" geehrt.

"Groß ist der Herr", sang der Verein "Liederkranz" im Bürgerhaus in Flussbach, bevor Heinz Thormann die Ehrennadel aus den Händen von Theo Ostermeier, dem Geschäftsführer des Sängerkreises Bernkastel-Wittlich, entgegen nahm. Das Lied hatte sich der 79-jährige Sänger selbst gewünscht. Er singe gerne geistliche Lieder, begründet Thormann diese Wahl. "Die singen sich leichter", sagt der langjährige Chorsänger. Erfahrungen im Singen hat Heinz Thormann reichlich. Schon 1946, als er aus der Kriegsgefangenschaft kam, habe er mit dem Singen angefangen, erzählt er. Unter der Leitung von Lehrer Groß habe sich damals eine Gruppe Männer zusammengefunden, die gerne sangen. "Die kamen alle - auch die, die nicht singen konnten", erinnert sich der 79-Jährige. Später habe man dann doch etwas gesiebt. Es folgte dann eine sehr aktive Zeit, in der man auch Theater spielte. Als der damalige Chorleiter aber verstarb, "da hatten wir nichts mehr". Eine Zwischenlösung mit einem neuen Dirigenten hielt nur knapp drei Monate. Doch der Chor blieb zusammen, auch ohne Gesang. Bergauf ging es dann erst wieder, als im Jahr 1954 ein Mann aus dem Dorf als damals jüngster Dirigent die Chorleitung übernahm. Heute wird der Chor von Josef Marx geleitet.Bereits sieben Dirigenten miterlebt

"Der ist streng, der lässt keinen Fehler durchgehen", lobt Thormann, der im Lauf seiner Sängerlaufbahn bereits sieben Dirigenten miterlebt hat. Überhaupt müsse man zum Singen etwas Talent haben, meint er. "Das ist einem in die Wiege gelegt oder nicht", sagt Thormann, der aus einer musikalischen Familie stammt. Heute ist er der älteste Sänger beim "Liederkranz" und bedauert es sehr, dass so wenige junge Leute am Chorgesang Interesse zeigen. "Vom Neubaugebiet ist keiner in den Chor gekommen." Er selbst wolle jedenfalls weitermachen, so lange er gesund bleibe.