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Der Gilb muss weg

FOTO: (m_huns )
Erbeskopf. Das Hunsrückhaus wird als Nationalparktor aufgefrischt. In diesem Winter beginnen die Arbeiten an der neuen Dauerausstellung. Der TV war vor Ort. Hans-Peter Linz

Erbeskopf Keine Spur mehr von ausgestopften Tieren, vergilbten Info-Tafeln, altmodischen Diaprojektoren und klobigen Computermonitoren mit veralteter Röhrentechnik: Der Raum für die Dauerausstellung im Hunsrückhaus am Erbeskopf ist leergeräumt.
Die Ausstellung war nach 17 Jahren veraltet und passt nicht mehr zum neuen Konzept der ehemaligen Umweltbildungsstätte des Zweckverbandes Erbeskopf. Denn das Hunsrückhaus zählt nun neben dem Keltenring in Otzenhausen und der Wildenburg bei Kempfeld zu den offiziellen Toren des im Jahr 2015 eingerichteten Nationalparks Hunsrück-Hochwald, einem Prestigeprojekt der damaligen Landesregierung. Die bezuschusst das Hunsrückhaus seitdem mit 150 000 Euro jährlich, eine willkommene Unterstützung für den Zweckverband, in dem die umliegenden Gemeinden, darunter die Einheitsgemeinde Morbach und die Verbandsgemeinde Thalfang, beteiligt sind.
Für die Konzeption der neuen Ausstellung hat das Nationalparkamt Thomas Josten aus Kaltenborn (Landkreis Ahrweiler) beauftragt. Der Landesforsten-Mitarbeiter soll die Ausstellung erneuern und auf den Stand der Zeit bringen. Der ausgebildete Förster macht seit 15 Jahren Projektarbeit und hat schon Ausstellungen bei Landes- und Bundesgartenschauen organisiert. "Das Haus hat sehr viel Potenzial, in Zukunft ist dieses Haus Nationalpark. Das gilt es zu nutzen," sagt Josten.
Geplant sei es, die gesamte obere Etage für die Ausstellung zu verwenden. "Wir haben jetzt erst einmal leergeräumt und beginnen mit der Grobkalkulation. Der abgenutzte Parkettboden muss abgeschliffen und aufgearbeitet werden, eine Küchenzeile muss demontiert werden, der Raum muss auch schallmäßig abgeschlossen werden, denn bisher ist er offen, sodass sich Geräusche vom Erdgeschoss nach oben übertragen. Hier muss ein eigener Raum entstehen," sagt Josten weiter.
Die Konzeption der Ausstellung übernimmt die Hamburger Agentur Kunstraum, die bei der EU-weiten Ausschreibung den Zuschlag erhalten hat. Das zur Verfügung stehende Budget liegt bei 350 000 Euro.Wie soll die Ausstellung nun aussehen? "Ich will dazu noch nicht zuviel verraten," sagt Josten. Sie soll die Besucher emotional einfangen und dazu animieren, raus in die Natur zu gehen.
Fünf Themen sollen aufgegriffen werden: Moor, Wald, Lebensraum, Nationalpark und die Geschichte. Sie sei thematisch auf den Schwerpunkt Wald angelegt, an den beiden anderen Nationalparktoren Wildenburg und Otzenhausen liegen die Schwerpunkte hingegen auf Tieren beziehungsweise auf der keltischen Geschichte. Es soll auch keine Ausstellung mit erhobenem Zeigefinger werden, so Josten, sondern der Erlebnischarakter soll betont werden. Dazu sind unter anderem interaktive Projektionen in Kabinen geplant, die die Zusammenhänge im Kreislauf der Natur erklären sollen.
Die Ausstellung soll im Laufe des nächsten Jahres installiert werden, so Josten. "Der Gedanke des Nationalparks, die Natur zu schützen, und globale Zusammenhänge auf die Region herunterzubrechen, das ist unsere Botschaft. Wir sind alle ein Mosaikstein in diesem Netz. Wenn der Mensch das begriffen hat, dann ist das Ziel der Ausstellung erfüllt," findet Josten.Extra: AGENTUR KUNSTRAUM


Die Agentur Kunstraum GfK realsiert seit 1999 Erlebnisausstellungen und Besucherzentren. Unter anderem hat sie das Klimahaus in Bremerhaven und auch Nationalparkausstellungen in Hiddensee und im Schwarzwald realisiert. Auch im Haus der Geschichte in Leipzig hat die Agentur eine Ausstellung über Sexualmoral konzipiert, für das Jubiläum 111 Jahre Milka-Schokolade hat sie eine 4,50 Meter große lila Kuh produzieren lassen. Auch im Ausland ist die Agentur tätig, unter anderem in Italien und bei der EU in Brüssel, Belgien.

Friedo Meger und Maria Negrao (von links) messen mit Projektleiter Thomas Josten den Ausstellungsraum aus (oben). Nach 17 Jahren ist das Hunsrückhaus renovierungsbedürftig (Foto unten). TV-Fotos (2): Hans-Peter Linz
Friedo Meger und Maria Negrao (von links) messen mit Projektleiter Thomas Josten den Ausstellungsraum aus (oben). Nach 17 Jahren ist das Hunsrückhaus renovierungsbedürftig (Foto unten). TV-Fotos (2): Hans-Peter Linz FOTO: (m_huns )