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Gesellschaft
Bestattungswald: Das Interesse ist groß

Unter diesen Bäumen auf Lieserer Gemarkung könnte der Bestattungswald anglegt werden.
Unter diesen Bäumen auf Lieserer Gemarkung könnte der Bestattungswald anglegt werden. FOTO: Herrmanns Martin
Lieser. Der Ortsgemeinderat Lieser hat sich einstimmig für Urnengrabfelder auf dem Plateau ausgesprochen. Von Clemens Beckmann
Clemens Beckmann

Der erste wichtige Schritt hin zu einem Bestattungswald im Lieserer Gemeindeforst ist getan. Der Ortsgemeinderat hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, dass das Projekt in den Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues aufgenommen wird. Von Bedeutung war im Vorfeld allerdings auch, dass sich Ende Juli bei einer Bürgerversammlung die große Mehrheit der Anwesenden für einen Bestattungswald auf dem Plateau an der Grenze zwischen den Gemarkungen Lieser und Bernkastel-Kues ausgesprochen haben (der TV berichtete).

Was muss sonst noch geschehen, damit das Projekt realisiert werden kann? Es müssen, so Ortsbürgermeister Reinhard Barthen, Beraterbüros beziehungsweise Betreiber solcher Ruhestätten kontaktiert werden. Die Anschubfinanzierung, die Rede ist von circa 50 000 Euro, muss durch einen Investor erfolgen. Die Kommunalaufsicht des Kreises habe der Gemeinde untersagt diese vom Grunde her freiwillige Ausgabe selbst zu tätigen. Eine Betreiberfirma hat schon angedeuet die Summe vorzustrecken.

Der Ortsgemeinderat tendiert dazu mit solch einer Firma zusammenzuarbeiten. Sie möchte aber selbst als Betreiber des Bestattungswaldes auftreten. Experten gehen davon aus, dass der Verkauf von Urnengräbern unter Bäumen nach einer Anlaufzeit hohe Gewinne abwirft.

Und das ist, zumindest hisher, Geld, dass die jeweilige Gemeinde zur freien Verfüngung hat. Verbandsgemeinde und Kreis partizipieren über die Umlagen nicht daran. Das Projekt in Lieser hat schon jetzt einen Vorteil. Revierförster Martin Herrmann, der sowohl bei der Bürgerversammlung als auch bei einer vorangehenden Gemeinderatssitzung dabei war, ist ein Befürworter des Projektes.

Die Forstbehörde ist eine von mehreren Trägern öffentlicher Belange, die Stellungnahmen abgegeben, wenn das Projekt Aufnahme im Flächennutzungsplan findet. Dazu gehören nach Auskunft von Daria Shigihara-Schug (Baubehörde der VG) die Behörden für Wasser, Naturschutz und Archäologie.

Über den Zeitablauf kann sie noch keine genauen Angaben machen. Sie rechnet aber damit, dass sich der Verbandsgemeinderat 2019 mit dem Projekt befassen wird. Parallel dazu könne auch das Genehmigungsverfahren laufen.

Die Ortsgemeinde Lieser geht das Projekt guten Mutes an. Die bisherige Berichterstattung im Trierischen Volksfreund habe ein großes Echo gehabt, sagt Ortsbürgermeister Barthen „Ich habe jede Menge Mails und Anrufe bekommen“, berichtet er. „Einige Leute haben schon gefragt, wann die Eröffnung ist.“ Das allerdings kann derzeit noch niemand sagen. Die Resonanz zeigt aber, dass Bedarf für ein solches Gelände vorhanden ist.

Das in Frage kommende Gelände auf dem Plateau ist insgesamt 16 Hektar groß. In einem ersten Schritt sollen drei Hektar als Bestattungsort in Anspruch genommen werden. Die Zufahrt ist nach Auskunft von Revierförster Herrmanns kein Problem.